Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Dezember 2006


Dezember so warm wie der ganze Herbst


Hinter dem kalten August 2006 war der Dezember der vierte zu warme Monat in Folge. Die Abweichung betrug im Flachland +2,4 Grad (Düren) auf den Bergen sogar 2,8 Grad. Damit gehörte er zu den 5 wärmsten Dezembern der letzten 75 Jahre. Im Bergland trugen häufige Inversionswetterlagen mit warmer Luft auf den Bergen und Frost im Tal zur Erhöhung des Mittelwertes bei (wie z.B. Heiligabend mit 9 Grad in Kalterherberg). Besonders spektakulär waren die Frühtemperaturen des 15.12. in Düren: mit –1,3 Grad wurde die niedrigste Temperatur in NRW gemessen und gleichzeitig meldete die Zugspitze ein Minimum von +0,5 Grad.
Zum Leidwesen aller Wintersportler blieben Schneedecken bis zum Jahresende gänzlich aus. Am Weißen Stein in Udenbreth ist das seit 1950 bisher nur im Jahre 2002 passiert. Das aber fast keine Schneeflocke bis Sylvester aus den Wolken fällt, das ist für die Eifelregion eine neue Dimension der Klimaerwärmung.


Den letzten kalten Dezember erlebten wir übrigens vor 10 Jahren (1996). Damals wurden in der Sylvesternacht (1996/97) –24 Grad in Zülpich abgelesen. In diesem Jahr durften wir davon träumen, denn es wurden rund um Düren Temperaturen bis +16,5 Grad gemessen (wie am Mittelmeer in Nizza).


Warme Dezembermonate kommen vor, aber nicht in der Masse der letzten 20 Jahre. Der in Düren in diesem Jahr berechnete Mittelwert von 6,2 Grad lag in der Statistik seit 1829 nur auf Platz 15. Wie angenehm es auch im Dezember sein kann zeigen die drei wärmsten Monate: 1868 mit 8,2 Grad, 1852 mit 7,7 Grad und 1934 mit 7,6 Grad.


Die absoluten Höchstwerte des Monats passen eigentlich in den Frühlingsmonat März. Die Spanne reichte von 16,5 Grad in Düren und Untermaubach (16,2 in Vettweiß) bis zu 13,2 Grad in Hürtgenwald-Brandenberg. Der Dezemberrekord von 17,0 Grad in Düren aus dem Jahre 1973 blieb aber unangetastet.


Für unsere Heizkosten blieben auch die Nachttemperaturen ausgesprochen angenehm. Statt üblicher 13 Frostnächte wurden nur 6-8 im Flachland registriert. Dabei fiel die absolute Tiefsttemperatur des Monats natürlich sehr moderat aus:
-6 Grad in Vossenack und Drove.


Darüber hinaus war dieser erste Wintermonat trockener und sonnenscheinreicher als im 30-jährigen Mittel. Mit 73 Sonnenscheinstunden in Vossenack, 72 in Zülpich, 69 in Drove, 64 in Düren, 51 in Aldenhoven, sowie 40 in Hasenfeld wurden 10-20 % mehr Sonnenstrahlen beobachtet als im Durchschnitt und das trotz der mehrtätigen Nebellagen. An der Station Heimbach (32 Stunden) ist diese andauernde Nebellage in den Tälern gut nachzuvollziehen.


Die Niederschläge des Monats fielen fast ausschließlich als Regen oder in Graupelschauern. Es war vor allem im Flachland ausgesprochen trocken. Die Mengen erreichten nur 50-75 % des Langzeitwertes.
Die trockensten Orte des Kreises haben nur 31 l/qm oder weniger gemessen:
Zülpich 25 l, Nörvenich 27 l, Vettweiß 28 l und Düren 31 l.  
Trotz der Wärme auf den Bergen gab es hier bedingt durch die häufigen SW-Wetterlagen natürlich die max. Regenmengen: Vossenack 70 l und Schmidt Windpark 83 l/qm.


Nach langen Monaten der Flaute für unsere Windradbetreiber fegte der Eifelwind im Dezember mit ungeheuerer Macht über die Berggipfel. Wer erinnert sich nicht an die Sturm- und Orkantiefs mit den Namen Rosa, Vera, Ulrike oder Karla. Am 8.12. erreichte Orkantief „Vera“ sogar 107 Stundenkilometer am Windpark Schöneseiffen, 102 km an der Deponie Aachen, 92 km in Zülpich und immerhin noch 85 km in Düren.


Nach kurzer Kältephase auf den Bergen mit dem ersten Schnee (2.1.) ist es in zwischen wieder mild geworden. Bis Mitte Januar ist der Winter nicht auszumachen.

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