Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick November 2006


Ein Hauch von Frühling im November


Nach September und Oktober ging auch der November als warmer Rekordmonat in die Statistik ein. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Rheinland vor 300 Jahren hat es einen so warmen Herbst noch nicht gegeben. Nicht, das der bisherige  Höchstwert aus dem Jahre 1731 übertroffen wurde, nein diese drei Monate tobten alle bisherigen Werte um 1,0 Grad. Schon im Vorjahr hatte der Herbst Platz 3 dieser langen Reihe erreicht. Einen noch eindeutigeren Trend für die Klimaerwärmung in allen Monaten kann man wohl kaum bekommen und dabei war erst der Juli 2006 (Fußball WM) der heißeste Monat aller Zeiten.


Von Moskau bis Finnland und bis auf 2000 m Alpenhöhe war vor dem 2. Advent keine Schneedecke anzutreffen.
Auch wenn es zum 2. Adventwochenende kurzzeitig kälter wurde (sogar einige Schneeflocken gab es), es stehen schon wieder neue Sturmtiefs nach dem 2. Advent mit milder Luft vor der Tür. Die gewagte 10 Tage Prognose zeigt sogar eine Andauer der Wärme bis kurz vor Weihnachten.


Der zu warme Herbst brachte auch turbulente Folgen in der Vegetation. Viele Pflanzen beginnen langsam zu blühen und an Bäumen und Sträuchern (Haselnuss, Walnuss, Korkenzieher- Haselnuss) zeigen sich dicke Knospen. Die späten großen Pilze zeigen, dass der Herbst feucht- mild war. Geranien, Gänseblümchen, Rosen und Heide sehen auch noch aus wie im Spätsommer. Erste Forsythien blühen und sogar Ginsterblüten wurden schon gesichtet. Somit ist die Natur Anfang Dezember gut 3-4 Monate zu früh.


Aber zurück zum fast 3 Grad zu warmen November. Die sehr hohen Mitteltemperaturen sahen wie folgt aus:  Düren, Untermaubach und Nörvenich 9,2 Grad, Niederzier und Hoven 9,1 Grad,  Zülpich, Jülich, Brandenberg und Aldenhoven 8,9 Grad und Vossenack immerhin noch 7,4 Grad. In den letzten 50 Jahren war nur der November 1994 wärmer. 


Besonders das 2. und 3. Drittel des Monats erfreuten uns alle mit neuen Temperaturrekorden, so dass einige Eisdielen ihre Saison noch verlängern konnten. Die höchsten Temperaturen über 19 Grad an regulären Wetterstationen erreichten am 16.11. folgende Ortschaften: Jülich (19,6), Untermaubach und Hoven (19,4), Aldenhoven 19,3 und Düren 19,1 Grad. Aber auch aus dem Dürener Eifelland meldete Vossenack (17,5°) einen sehr hohen Wert.


Auffällig waren neben den Höchstwerten die sehr milden Nächte. Im Raum Nörvenich blieben gleich 6 Nächte über 10 Grad (am 25. sogar 13,0 Grad).
Die Tiefstwerte sanken im Dürener Land nur einmal oder zweimal unter 0 Grad; in Nörvenich und Niederzier-Hambach keinmal (normal wären 8-10 Frostnächte). Schon im Herbst 2000 und 2003 blieb es rund um Nörvenich im November frostfrei; in den letzten 50 Jahren passierte das allerdings mit 2006 nur viermal. Für unsere Heizkosten war dieser Herbst aber einfach grandios.
Nur der Vollständigkeit halber hier die kältesten Stationen (gemessen am Allerheiligentag): Hergarten –2,6 Grad, Kreuzau-Drove und Heimbach – 2,4 Grad, sowie Düren Rurtalwetterstation – 2,0 Grad (Boden –6 Grad).


Häufige Stauwetterlagen vor der Eifel bildeten einen deutlichen Unterschied zwischen den hoch gelegenen Ortschaften und der Leelage hinter der Eifel. In Zahlen ausgedrückt sah das zwischen Jülich und Heimbach folgendermaßen aus:
Zülpich und Düren-Hoven nur 29 l/qm (62% des Mittels), des weiteren Vettweiß 33 l, Düren 36 l, Heimbach und Drove 45 l, Hergarten und Nörvenich 46 l, Jülich-Altenburg 50 l, Hambach und Jülich FZ 53 l, Hürtgenwald-Brandenberg und Untermaubach 59 l, Vossenack 72 l und Schmidt Windpark 76 l/qm.


Ideale Trockenheit für die herbstliche Feldarbeit im Flachland und saftige Weiden für die Kühe in der Nordeifel, eine geniale Mischung.
Zwar fiel bereits die ein oder andere Schneeflocke, aber es konnte sich keine Schneedecke ausbilden. Seit dem Jahr 2000 meldeten die höchsten Wintersportorte der Eifel nunmehr den vierten November ohne Schneedecke; im Vorjahr waren es allerdings wunderbare 30 cm in Udenbreth am Weißen Stein.


Positiv in Erinnerung bleiben auch die zahlreichen Sonnenstunden. Mit 66 Stunden in Heimbach und 68 in Nörvenich wurden aufgrund von Nebellagen die geringsten Werte beobachtet. Alle anderen lagen über 70 Stunden: 76 in Aldenhoven, 78 in Jülich, 80 in Vossenack, 86 Stunden in Zülpich, 89 in Drove und am schönsten war es in Düren mit 90 Stunden. Im Vergleich waren das 25-35% mehr Sonnenstrahlen als im 30-jährigen Mittel beobachtet.
Andauernde Nebellagen, orkanartige Stürme und Schneetreiben traten zum Glück selten oder gar nicht in Erscheinung.


Allen Lesern meiner Monatsberichte wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein glückseliges Jahr 2007.


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