Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick August 2006

 

Nach der Hitze kamen Nässe und Abkühlung im August


Beim Rückblick auf das bescheidene Augustwetter weiß ich vor lauter herausragenden Ereignissen nicht wo ich für sie anfangen soll. In der Erinnerung unserer Bürger hat wohl der andauernde Regen den meisten Eindruck hinterlassen.

Schon die erste Zahl ist wie viele andere mit dem Titel „Noch nie da gewesen“ zu bezeichnen. Im Dürener Land fiel im August an 25 Tagen messbarer Niederschlag. Seit Beginn der Aufzeichnungen  waren die Augustmonate 1941 und 1956 die bisher regenreichsten mit jeweils 23 Niederschlagstagen.


Die Niederschlagssumme von 127 l/qm  in Düren ist allerdings nicht das Ende der 75 jährigen Augustreihe, hier führt nämlich das Jahr 1938 mit einem Augustwert von 148 l/qm (2006 liegt aber immerhin auf Platz 3).

Fast überall wurde die doppelte Menge (200-250%) ausgeleert wie im langjährigen Durchschnitt sonst festgestellt wird.

Sonst werden die Temperaturhöchstwerte des August an dieser Stelle präsentiert, jetzt sind es die enormen Regensummen:

103 in Düren-Hoven, 113 l/qm in Zülpich, 131 l in Düren, 138 l in Heimbach, 146 in Kreuzau-Drove und Hürtgenwald-Brandenberg, 150 in Obermaubach und Schmidt, 158 l in Nörvenich und an der Schwammenauel, 170 l in Jülich (1969 hier 207), sowie 171 in Nideggen und am Tagebau Hambach.


Nicht nur die Monatssummen hatten es in sich, auch die Tagesgewitter waren in der 24 Stunden Summe mehr als prächtig:

Schöneseiffen Windpark 84 l am 7.August; Oleftalsperre 53,8 l am 7.8. und immerhin noch 30 l/qm an der Schwammenauel am 21.August. Die ganz großen Unwetter waren also mehr in der Nordeifel beheimatet.


Die Abweichung der Mitteltemperaturen war nicht so dramatisch wie die der Niederschläge. Dennoch war der August um 1,5 bis 2 Grad zu kalt. Zusammen mit dem fast 5 Grad zu warmen Juli war der Absturz aber gewaltig. Seit Beobachtungsbeginn in Westeuropa (seit 1706 in De Bilt) hat es noch nie eine Differenz von 6 Grad zwischen Juli und August gegeben.


Noch kälter als die Augustmonate 2005 und 2006 waren die gleich kalten Augustmonate 1978 und 1979. Nach noch älteren Daten muss der August 1912 der kälteste der letzten 100 Jahre gewesen sein (noch 2 Grad kälter).

Angesichts der momentan heißen Witterung wird der September den August wahrscheinlich wie im Vorjahr überflügeln.

Der absolute Höchstwert von nur 25,5 Grad im sonst wärmeverwöhnten Düren und nur 23,4 Grad in Schmidt sind eine absolute Rarität. Der Rekordwert von 1941 (Düren 26,2 Grad) wurde damit noch untertroffen. Der Tiefstwert in der langen Aachener Reihe für den Monat August wurde 1845 mit einem Maximum von nur 22,6 Grad erzielt.

Wie katastrophal solche kalten und nassen Sommermonate für die Landwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte waren, zeigen die Jahre 1840-1845.


Mit nur 131 Stunden Sonnenschein in Düren (Juli 331) hatten wir zudem das untere Ende der Sonnenstatistik fast erreicht. Immerhin Platz 2 der schlechten Augustmonate wurde belegt:  1912 wurden nachweislich nur 46 Stunden Sonnenstunden durch die Glaskugel in den Streifen eingebrannt. Weitere Sonnenscheinsummen des August 2006 waren: Jülich nur 105 Stunden, Heimbach 113, Zülpich 126 Stunden und 140 Stunden in Nörvenich.

Bedingt durch die vielen Tiefdruckgebiete, den mangelnden Sonnenschein und den reichlichen Regen gab es im August 2006 auch nur erstaunliche 2 Sommertage im Dürener Land. In der Statistik wiesen bisher nur die Augustmonate der Jahre 1896 und 1924 keinen Tag über 25 Grad auf.


Alles sieht zur Zeit nach einem sonnenüberfluteten und trockenen September aus, jedenfalls bis zum Ende der Vorhersagekarten am 14. September; das wäre schön nach dem miesen August.


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