Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Mai 2006



Auf Wärme und Trockenheit folgte Kälte und Regen


Die guten Seiten des kontrastreichen Frühlingsmonats Mai werden sicherlich kaum
jemand in Erinnerung bleiben.
Nach nächtlichem Bodenfrost am 1. Mai herrschte vom 3. bis 12. Mai trockenes
Ostwindwetter vom Feinsten mit Temperaturen bis 27 Grad im Raum Düren. Keine
Spur von Eisheiligen aber Temperaturen zum Schwitzen.


Immerhin gab es bereits 4 Sommertage in Nörvenich und Düren. Auf den Höhenzügen
der Süd- und Nordeifel meldeten die Wetterstation auch noch erstaunliche 25,2
Grad, z.B. in Schmidt.


Leider folgten dann bis zum Monatsende lauter Regentage und sinkende
Temperaturen.
Eine sehr beständige Westwindwetterlage trieb die Windräder des Kreises Aachen
zu neuen Rekordwerten an. An vielen Standorten war kein Mai seit 1982 so
windig.


Der Höhepunkt dieser Starkwindphase war eindeutig der Orkanwirbel „Gertrud“. Am
Sonntagnachmittag dem 20. Mai, gab es gegen 15 Uhr heftige Gewitter und
Sturmböen ( Nörvenich bis 90 km/h) im Rahmen einer durchziehenden Front. Die
dahinter einfließende Polarluft erwärmte sich bis zum 2. Juni nicht mehr.
Ende Mai fiel sogar Schneeregen auf den Eifelbergen bis auf 600 m herunter.
Schauen wir uns die Parameter im Einzelnen einmal an:
Bei der Mitteltemperatur blieb in der Addition von kalten und warmen
Abschnitten immer noch ein Plus von +1,2 Grad. Als Beispiele sollen hier die
Mittelwerte der Stationen Nörvenich mit 14,5 Grad und Schmidt mit 13,0 Grad
genannt sein. Der Grund für den positiven Abschluss waren die trockenwarmen
Tage in der ersten Maihälfte und die mangelnde Zahl der kalten Mainächte. So
meldete die Station Schmidt keine einzige Frostnacht und nur einmal
Bodenfrost.


Die zahlreichen Regentage ab dem 12. Mai (19 in Düren) lieferten große
Regenmengen besonders in den Hochlagen der Nordeifel. Hier einige Beispiele die
die Unterschiede zeigen:
Nörvenich 93 mm (Abweichung 155%, Zülpich 74 mm (130%) und Schwammenauel 111
mm. Die meisten Stationen erreichten 80-120 l/qm.
Der Sonnenschein im Mai wurde durch die vielen Regentage stark eingeschränkt.
So erreichte Jülich nur 182 Stunden (96 %) und Zülpich 194 Stunden (97%).


Durch den ständigen Wolkenstau an der belgischen Grenze blieben die
Sonnenscheinstunden auf den Bergen ebenfalls sehr gering. Natürlich konnte man
in der ersten Monatshälfte deutlich mehr Sonnenbäder nehmen als jetzt zum
Monatsende, da waren wir eher bleich vor Kälte.
Wenigstens werden die Pfingsttage wärmer und auch sonniger. Für einen ersten
Heuschnitt der Landwirte wird das aber nicht reichen. Die Kälte der letzten
Tage setzt nicht nur den Menschen zu, sondern auch Pflanzen und Tieren. Der
Mais hat sich bereits gelb verfärbt und die Zuckerrüben brauchen dringend
Sonnenschein.


Sogar der 1. Juni blieb mit 7,6 Grad in Kalterherberg und nur 11,8 Grad in
Nörvenich so kalt wie zuletzt am 1.6.1962.
So wie die Prognosekarten zur Zeit aussehen, bleibt der Hochdruck nach
Pfingsten erhalten und wir kommen auf die warme Hochdruckseite. Damit wären
endlich 25 Grad wieder möglich und die Landwirte könnten ihre Heuernte halten.

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