Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick März 2006

 

 

Winterlicher Charakter im März 2006

Märzrekord: -20,7 Grad am Erdboden in Kalterherberg
Seit 1962 gab es nicht mehr so viele Märzfröste


Nach einem eher durchschnittlichen Winter steigerte sich der Spätwinter im März
zu einem Rekordjäger. In den letzten 30 Jahren belegt dieser März einen eisigen
vierten Platz. Insbesondere der März 1987 war aber noch zwei Grad kälter. Kaum
zu glauben, aber bis zum 24. März beherrschten Frost, Schneedecken und
stürmische Nordwinde sogar im Flachland das Geschehen. Erst danach stiegen die
Höchstwerte deutlich an, ohne das es aber angenehm frühlingshaft warm wurde.
In der Summe aller Temperaturen war dieser erste Frühlingsmonat mit einem
Mittel von 4,0 Grad nicht nur in Düren viel zu kalt. Auf den Bergen lag das
Mittel nur knapp über 1 Grad (z.B. in Vossenack 1,6 Grad). Alle Stationen
meldeten aber eine enorm negative Abweichung von -2,5 bis –3,0 Grad vom
Normalwert.


Besonders in der ersten Monatshälfte wurden sehr niedrige Lufttemperaturen über
den Schneedecken gemessen, wie z.B. am Morgen des 13. März. Fast überall wurde
ein neuer absoluter Dekadenrekordwert notiert (für das 2. Monatsdrittel). Der
bisherige Tiefstwert für das zweite Märzdrittel (11. bis 20.) wurde am 11.März
1955 mit –8,3 Grad in Düren und Zülpich notiert.


Hier einige Beispiele der eisigen Frühwerte:
-7,0 in Düren-Hoven, -7,7 Grad in Inden, -8,0 Grad in Nörvenich, -8,5 Grad in
Düren (Boden –12), -9,4 Grad in Zülpich, -9,7 Grad in Drove, -11,2 Grad in
Schmidt und Brandenberg, sowie -11,6 Grad in Heimbach (Boden –14) und
Vossenack.


Noch am 12. März wurde ein Eistag ohne Plusgrade im gesamten Kreisgebiet Düren
festgestellt. Seit dem 13. März 1962 hat es einen so späten Dauerfrosttag in
den Niederungen nicht wieder gegeben.
Kein Wunder das im vergangenen Monat die Skisaison in der Eifel bis zum 19.3.
andauerte. Am 7. und 8. März wurde für die Wintersportorte mit 45-50  cm
(gemessen in Mützenich und Mont Rigi) der Winterhöchstwert erreicht.
Aber auch von Zülpich (12cm) über Nideggen (20cm) bis zur Kalltalsperre (25 cm)
lag am 1.3. viel Schnee.


Erst am 25. März war die Schneemassen nach einigen warmen Tagen geschmolzen.
Aber gerade mal 10 Tage später am 5.4. gab es erneut eine 2 cm dicke
Schneeauflage in den Frühstunden im Monschauer Höhengebiet.
Das schlechte Frühlingswetter war wirklich in aller Munde und wie froh waren
wir als es nach dem 25. endlich Werte von 15-18 Grad gab. Mit 19,5 in
Untermaubach und Düren, sowie 19,9 Grad in Hoven wurden die höchsten Werte des
Jahres 2006 am 27.3. gemessen. Überall sah man die Menschen in der Sonne sitzen
und schnell waren die Kartoffel in der Erde. Die Krötenwanderung setzte mit der
Wärme und dem andauernden Regen zum Monatsende ein. Inzwischen sind auch die
ersten  Schwalben aus Südeuropa eingeflogen und die Forsythien blühen in
Aachen, aber richtig warm soll es vor Ostern nicht mehr werden. Seit dem
31.Oktober warten wir jetzt bereits auf die erlösenden 20 Grad (seit über 5
Monaten).


Die erstaunliche Summe von 18 Frostnächten in Düren ist die höchste seit März
1962. In der seit 1935 bestehenden Reihe der Frosttage im März ist dies der 3.
Platz. Noch mehr Frost gab es in Düren im März 1955 (23 Frosttage) und 1962 (22
Frosttage).


Die große Zahl sonniger aber kalter Tage machte eine Summe von 143
Sonnenstunden in Düren möglich. Auch in den übrigen Kreisteilen lagen die
Summen um jeweils 30% über dem Soll, so wurden rund um Zülpich 148 Stunden, in
Inden 120 Stunden und in Heimbach 109 Stunden abgelesen. Trotzdem waren alle
froh als der März vorbei war.


Mit der Wärme im letzten Drittel kam der große Regen und die Schneeschmelze, so
dass sich die Eifeltalsperren langsam füllten.


Die gefallenen Mengen schwankten zwischen 41 l/qm im Ostkreis bei Nörvenich und
124 Litern im Westkreis auf der Höhe von Vossenack.
Zwar wird es zum Wochenende etwas wärmer, aber die Karwoche soll nach
bisherigen Karten wieder mit Schneefall auf den Höhen starten.
Bleibt die Hoffnung, das mit dem Mondwechsel zu Gründonnerstag auch das Wetter
rechtzeitig vor Ostern auf sommerlich umschaltet.

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