Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Januar 2006


Extrem sonniger, kalter und trockener Januar


Der Januar 2006 war fiel zu schneearm in der Eifel, hatte viele
Inversionswetterlagen und zum Ende des Monats andauernden Nebel.
Insgesamt aber wurde er trotz milder erster Hälfte aufgrund der vielen klaren
Nächte noch recht kalt. Die Mitteltemperatur betrug in Zülpich –0,2 Grad, in
Düren 0,5 Grad, in Jülich 0,9 Grad, in Heimbach –0,6 Grad und auf den Bergen in
Hürtgenwald-Brandenberg  –1,0 Grad  sowie Schmidt Ortskern –1,2 Grad. Damit war
dieser Januar um 2 bis 2,5 Grad zu kalt, das gab es zuletzt im Januar 1997. In
den letzten 30 Jahren waren nur fünf Januare noch kälter.

 

Auf den Flüssen bildeten sich Eisschollen und viele Seen froren zu, so auch der
Obersee oder der Dürener Badesee. Ursache hierfür war die große Zahl an
Frosttagen im Tal, wogegen die Berge oft von milderer Luft umlagert waren. Die
Zahl der Nächte mit Frost betrug in Schmidt nur 19,  in Aachen und Düren Hoven
21, in Düren, Jülich und Inden 24, in Heimbach und Zülpich 25, in Vossenack und
Drove 26. Rund um Düren war dies die höchste Frosttageszahl seit 1987 (28).
Nicht so herausragend war allerdings die Zahl der Eistage oder Dauerfrosttage
(9 Brandenberg, 3 in Jülich).

 

Besonders im letzten Monatsdrittel wurden teils sehr strenge Nachtfröste
beobachtet. In der Nacht zum 28.Januar zeigten die Thermometer folgende
Tiefstwerte: Langerwehe –9,2 Grad, Schmidt Windräder –9,8 Grad, Jülich und
Nörvenich –10,2 Grad, Hoven und Brandenberg –10,5 Grad, Zülpich und
Untermaubach –11,0 Grad, Düren –11,5 Grad, Heimbach –12,2 Grad und schließlich
der kälteste Ort des Monats Kreuzau-Drove mit der gleichen Temperatur wie
Kalterherberg –13,2 Grad. Am Erdboden meldete Düren in der Kaltluftmulde der
Rur vor Düren erstaunliche –15 Grad.

 

Die am höchsten gelegenen Wetterstationen konnten da nicht mehr mithalten denn
zum Monatsende wehte in der Höhe milde Luft über der bodennahen sibirischen
Kaltluft (Umkehr- oder Inversionswetterlage). Am 31. Januar sonnten sich die
Hirsche im Wildpark Hellenthal bei bis zu +10 Grad, zur gleichen Zeit
schnatterten die Schwäne auf dem Zülpicher See bei –2 Grad vor Kälte mit den
Schnäbeln.

 

Wie schon im Dezember so wurde auch im Januar rund um Vettweiß und Zülpich die
10-Grad-Marke nicht überschritten. Dieses Phänomen ist erstaunlicherweise seit
1937 bisher nur ein einziges Mal aufgetreten, nämlich im Winter 1940/1941 in
Düren.


Aufgrund der häufigen Hochdruckwetterlagen gab es außerdem extrem wenig
Niederschlag. Im Durchschnitt erreicht der Januar ein Luftdruckmittel von 1018
hPa, in vergangenen Monat waren es aber 1022 hPa.
In den Statistiken wird der Januar 2006 als einer trockensten Wintermonate
geführt werden müssen. Nur der eisige Januar 1997 war noch niederschlagsärmer
in allen Höhenlagen. Hier ein Vergleich mit dem bisher trockensten Januar
1997:
- Kalterherberg 1997  8 mm und jetzt 48 mm (8. Platz in 115 Jahren);
- Düren 1997 7 mm und jetzt 11 mm (4. Platz seit 1930)

Der Kreis Düren musste also wie auch schon im Herbst 2005 unter großer
Trockenheit leiden. Seit 1844 waren z.B. im Raum Aachen/Düren nur 4 Januare
trockener: 1848 mit 3 mm, 1887 mit 4 mm, 1996 mit 4 mm und 1997 mit 7 mm.
Nur 7 Niederschlagstage wurden im Flachland aufgeschrieben, auf den Höhen
zwischen Schmidt und Vossenack waren es aber auch nur 7-9.
Die maximale Niederschlagsmenge wurden aus Vossenack gemeldet, es waren 33 mm
(35% vom Mittel).


Durch die ausdauernden Hochdruckgebiete und die Zufuhr von teils sehr trockenen
Luftmassen aus Ost- und Nordosteuropa brach die Sonne im Januar 2006 alle bisher
bekannten Rekorde. In einer seit 1898 bestehenden Reihe aus Aachen war bislang
1989 mit 113 Sonnenstunden führend. Dieser Rekord wurde mit folgenden Werten
z.T. übertroffen:
Heimbach 93 Stunden, Nörvenich 103, Drove 108, Aldenhoven 111, Jülich 115 (209
%), Zülpich 122 (234%) und Vossenack 133 Stunden.
Die Schneemengen des Januar waren mit 1-3 cm im Flachland (letztes
Monatsdrittel) nicht der Rede wert. Auch in Monschau-Rohren war Skifahren alles
andere als ideal. Zwar gab es 13 Schneedeckentage aber mit maximal 10 cm wurde
auf den Bergen ein Minimum erzielt wie zuletzt in den Jahren 1989-1993.
Die Schneehöhe vom 27.11.2005 mit 30 cm im Monschauer Höhengebiet wurde jetzt
in mehr als 80 Tagen nicht wieder erreicht, schon seltsam.


Erst ab Donnerstag (9.2.) dieser Woche sind in der Eifel stärkere Schneefälle
zu erwarten.

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