Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Juli 2018

Sommerwetter wie aus einem Bilderbuch- Drittwärmster Juli seit Messbeginn 1891

 

 Beständig heißes, sehr sonniges und extrem trockenes Wetter hinterließen in der Rureifel und im Dürener Land ein Klima wie sonst am Mittelmeer. Volle Bäder, viele Urlauber aber auch große Probleme in der Landwirtschaft waren die Folge. Am Monatsende stand fest, wir haben den drittwärmsten Juli seit 1891 erlebt. Zwischen Jülich, Düren und Vettweiß erreichte die Mitteltemperatur den Wert 21,5° bis 21,7°. Nur im Juli 2006 (22,9°) und im Juli 1994 (22,5°) war es in Düren noch etwas wärmer, aber nicht so trocken und sonnig wie 2018.

Auf 500 m Seehöhe schwitzte man in Vossenack fast genauso oft, hier betrug das Mittel 20,6° (2006 dort oben 21,9°). Die Abweichungen vom dreißigjährigen Mittel erreichten in den Niederungen +3° und in der Rureifel bis +4°.

 

Der Monat begann moderat mit Hoch EKKEHARD und letzten erfrischenden Nachtwerten unter 10°. Im Laufe des Monats wurde die Hitze immer unerträglicher und die Eifellandschaft wandelte ihr Gesicht bei fehlendem Regen zur grauen Steppe oder Savanne. Ohne Bewässerung verdorrten fast alle Pflanzen und Bäume. Braun- und Gelbtöne beherrschten das Bild der Landschaft, Flüsse trockneten aus und die Blätter fielen wie im Herbst. Insgesamt wurden in  Vettweiß 27, in Düren 28 (2006 29) und in Drove gar 29 Sommertage gezählt (über 25°). In Vossenack waren es in diesem Jahr 23 und auf dem Kermeter 25 Sommertage.

 

Tage über 30° gab es in Düren 9  (1994 und 2006 waren es sogar 14).

Die Spitzenwerte der Temperatur lagen verbreitet über 33°, hier eine Auswahl aus dem Kreis Düren:

Vettweiß 37,5°, Heimbach-Hasenfeld 36,8°, Aldenhoven 36,6°, Kreuzau-Drove und Nörvenich 36,0°, Düren 35.9°, Hergarten 35,8°, Heimbach 34,6°, Kermeter 34,0°, Schmidt 33,9° und Vossenack 33,5°.

 

Noch herausragender war der Parameter Sonnenschein im Monat Juli. Seit 1945 gab es nur im „Fußball-Sommermärchen“ 2006 noch einige Stunden mehr Sonnenschein:

2018 in Heimbach 262 Stunden (2006 mit 285 Stunden),

2018 rund um Zülpich und Vettweiß 301 Stunden (2006 mit 310 Stunden),

2018 im Raum Düren 304 Stunden (2006 mit 331 Stunden),

2018 im Raum Nörvenich 306 Stunden (2006 mit 323 Stunden),

2018 im Raum Schmidt 318 Stunden (2006 mit 328 Stunden).

 

Die Werte blieben gut ein Drittel über dem Klimamittel und bescherten den Solaranlagen reichlich Ausbeute.

Zum Abschluss des Rückblicks noch ein Blick auf die extreme Dürre im Juli 2018. Die seit April andauernde Trockenheit setzte sich verbreitet fort und steigerte sich lokal zur extremen Dürre. Zum Glück brachen in unserem Kreis bisher keine großen Brände aus. Auch die vereinzelten Gewittergüsse konnten die dramatische Situation nur kurz lindern..

An den meisten Stationen fehlten die Gewitter und es gab neue Juli-Rekorde. Hier einige Summen, die auch gut nach Nordafrika passen würden:

Aldenhoven 2 l/qm, Tagebau Garzweiler 2 l, Düren-Hoven 3 l, Inden 4 l, Nörvenich 5 l, Hürtgenwald-Brandenberg 6 l, Stadtgebiet Zülpich und Tagebau Hambach 7 l/qm, Vettweiß 10 l, Vlatten 12 l, Drove 17 l, Düren 19 l (Rekord seit 1931 bleiben 13 l/qm im Juli 1959), Hasenfeld und Heimbach 23 l, Hergarten 28 l und auf dem Kermeter 31,5 l/qm (bei enormen 147 l/qm Verdunstung).   

 

Seit dem Dürrejahr 1921 gab es in den Sommermonaten keine so lange Trockenperiode. Im Raum Zülpich, Vettweiß und Aldenhoven fielen seit dem 17. Juni weniger als 5 l/qm. Damit müssen unsere Landwirte zur Zeit mit der zweitlängsten Dürreperiode seit 1891 kämpfen. Im Jahr 1959 fielen nur 3 l/qm in 60 Tagen (Düren 12. August bis 10. Oktober). In diesem Jahr begann die Dürre am 17.6. und wird wahrscheinlich bis zum 7. 8. andauern (am 8. August bis 33°, dann Gewitter und Temperatursturz auf 20-24°), also 52 Tage Dürre und das diesmal Mitten im Sommer.

 

Die aktuelle Hitzewelle geht noch bis zum 8. August, danach werden die Temperaturen mit 24-26° deutlich moderater und auch Regen ist dann in Sicht. In den letzten 80 Jahren dauerte die bisher längste ununterbrochene Periode mit Tagen über 25° im Jahr 1976 (22.06. bis 12.07.) immerhin 21 Tage lang. Diesen Rekord werden wir 2018 regelrecht pulverisieren. Vom 12. Juli bis zum 8. August werden es 28 Tage in Folge sein, einfach unglaublich.

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