Wetterrückblicke von Andy Holz

Wetterrückblick 2021

Wetterrückblick 2021

 

Ein statistisch unauffälliges Jahr mit großen Kontrasten bis zur Jahrhundertflut

 

Das Jahr 2021 startete mit ruhigem Winterwetter und einer Schneedecke auf den Höhen im Hohen Venn und am Weißen Stein. Im Corona-Lockdown lockte es viele Menschen aus den Niederungen in die winterliche Eifel in den Schnee. Zum Dreikönigstag fiel in der Rureifel und im Hohen Venn reichlich Neuschnee und die Schneedecke wuchs in Vossenack auf 27 cm, in Kalterherberg auf 38 cm, Lammersdorf 39 cm und am Weißen Stein 42 cm in einer traumhaften Winterkulisse. In den Niederungen blieb es weiterhin grün und viele Menschen nutzten das ruhige Winterwochenende am 9./10. Januar für eine Winterrunde oder Rodelpartie, aber es waren auch viele Stellen gesperrt aufgrund des Coronalockdowns. Kurz danach setzte Tauwetter ein mit Nordseeluft, Wind und Regen und der Schnee schmolz oft dahin, ehe der Winter zu Monatsmitte mit Dauerfrost zurückkehrte. Nach einer deutlichen Milderung gab es um den 24. Januar neuen 20-25 cm Neuschnee in der Rureifel und im Hohen Venn, dann wieder Tauwetter und zum Monatswechsel wieder etwas Schnee. Ein normaler, eifeltypischer Januar mit einigen Schneetagen, aber insgesamt ein sehr nasser Januar mit 136 l/qm in Hürtgenwald-Vossenack. Der Februar brachte volles Kontrastprogramm mit einem sehr milden Start, ehe zum 6./7. Februar russische Kaltluft den Weg zu uns anbahnte mit einer scharfen Luftmassengrenze. Einem milden Südwesten stand einem bitterkaltem Nordosten gegenüber und in der Rureifel und im Hohen Venn fiel bei 0 bis -1 Grad teils kräftiger Eisregen und verwandelte die Landschaften in Eisskulpturen, weil sich in der Folge bis zu -15 Grad kalte Luft bei kaum Schnee bei uns durch setzte mit richtig freundlichem Wetter, mäßigem Dauerfrost tagsüber, ehe nach Monatsmitte die Strömung komplett auf Süd bis Südwest drehte. Die Temperaturen stiegen dann um rund 30 bis 40 Grad an und der Frühling setzte sich mit Macht bei uns durch mit bis zu 18 Grad in Vossenack und teils bis zu 21 Grad in der Voreifel und in der Kölner Bucht. In der Folge war der Februar dann über 1 K zu warm, etwas zu trocken und die Sonne war fleißig mit teils das 1,5 Fache. Der März startete mild, dann rasch kalt mit teils mäßigem Nachtfrost und der Frühling kam bis Monatsende überhaupt nicht in Gang, oft ging es nicht übers Einstellige hinaus und immer wieder zogen Schauer übers Land. Erst zum Märzende kam teils schon der Frühsommer mit unglaublichen 23.9 Grad in Vossenack am 31. März mit einem Monatsrekord. Im Rheinland waren es teils bis zu 27 Grad und selbst im Hohen Venn gab es einen „warmen Tag“ mit mehr als 20 Grad (22 Grad am Mont Rigi und 21.3 Grad am Schneifelforsthaus). So schnell wie der Frühsommer kam, ging er auch wieder. Nach 19 bis 22 Grad am Gründonnerstag blieben am Karfreitag bescheidene 6 Grad übrig und an Ostermontag lagen abends in Vossenack 10 cm Schnee. Nach Ostern gab es einen ungewöhnlichen Wintereinbruch mit teils mehr als 20 cm Schnee in Vossenack und Simmerath, verbunden mit strammem Wind türmte sich der Schnee teils auf einen halben Meter. So ging es innerhalb einer Woche vom Frühsommer in den Tiefwinter und das Kontrastprogramm setzte sich somit fort. Aber im gesamten April und auch im Mai hatten wir es oft mit einem blockierenden Hoch über dem Atlantik zu tun und lenkte sehr oft kalte Polarluft aus dem Norden Europas in unsere Region und der Frühling stockte meist. So gab es im April 13 bis 20 Frosttage, selbst im Mai fror es örtlich in ungünstigen Lagen. Da konnte der 9. Mai mit bis zu 28 Grad in der Voreifel kaum gegensteuern und es folgten dann seit drei Jahren nochmals zwei zu kalte Monate in Folge mit dem April und Mai. Teils war der April 4 K zu kalt und der Mai immer noch 2.5 K zu kalt. Vom Niederschlag und von der Sonne her waren die beiden Monate sehr ausgeglichen. Mit dem Juni ging es pünktlich in den Sommer und es stellten sich oft sommerliche Wetterlagen ein, aber es folgten rasch auch die kräftigen Gewitter. Zu Monatsmitte wurden die höchsten Temperaturen des Jahres erreicht mit knapp 29 Grad im Hohen Venn, 31.1 Grad in Vossenack bis hin zu 34.3 Grad in Weilerswist-Lommersum. Am späten Abend des 19. Junis folgten kräftige Gewitter, teils mit 3-4 cm dickem Hagel in Schmidt und Vossenack, was auch zu ein paar Schäden führte. Die zweite Junihälfte brachte oft warmes und teils schwüles Wetter mit und es gab am 29. Juni teils schwere Gewitter mit bis zu 60 l/qm Niederschlag in Hürtgenwald und punktuell 80 l/qm in Eschweiler. Es gab überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Insgesamt geht ein über 2 K zu warmer Juni zu Ende, aber örtlich ein sehr nasser Juni aufgrund der Gewitterlagen. Reichlich Wasser war auch im Juli ein Thema, bevor die Jahrhundertflut Mitte Juli kam. Es ging mit schwülwarmem Wetter los und am ersten Juliwochenende (3./4.7.) schossen Gewittertürme in der Nordeifel in die Höhe und brachten teils 60 bis über 100 l/qm Niederschlag im Raum Hürtgenwald und Vettweiß. Dann erreichte uns am 12. Juli das Unwettertief BERND, ein Kaltlufttropfen, eingeklemmt zwischen einem Hoch im Westen und einem Hoch im Osten. Aus Osten setzte sich schwülwarme Luft durch und glitt auf unsere kühle Luftmasse auf und löste die massiven Niederschlagsgebiete aus, die stundenlang über unserer Region hinwegzogen. So kamen unglaubliche Niederschlagsmengen am 13. Und 14. Juli zusammen mit bis zu 200 l/qm Niederschlag in Roetgen, oft sonst 100-150 l/qm und auch in Bad Münstereifel allein am 14. Juli an die 200 l/qm innerhalb von nur 24 Stunden und löste eine Katastrophe aus mit immensen Schäden, leider auch dutzende Tote im Kreis Euskirchen und vor allem im Ahrtal. Sämtliche Infrastruktur kam zum Erliegen, ehe sich das Wetter nach der Katastrophe beruhigte, und es folgte Aufatmen, große Hilfe- und Spendenbereitschaft. Aber die Schäden sind so groß, dass es noch an manchen Ecken Jahre dauert. Nebensächlich fand in der Rureifel und im Hohen Venn kein Sommer statt im Juli, ein Monat ohne Sommertag mit mehr als 25 Grad und zeigte sich oft grau und trübe. Das eher bescheidene und nasse Werk wurde auch im August fortgesetzt mit sehr wechselhaftem und auch kühlem, teils windigem Wetter. Nur um den 14. August reichte es mal für einen Sommertag in Vossenack, magere 25.3 Grad. Sonst war der Spätsommermonat grau, fast 2 K zu kühl und erneut zu nass. So ist der Sommer 2021 mit dem Sommer 2014 eines der nassesten Sommer zu Ende und Ende August gab es bei 5 Grad im Rurtal die ersten herbstlichen Nebelfelder. Der September zeigte sich komplett von seiner anderen Seite, nämlich trocken, freundlich und oft angenehm warm. Letzte Sommertage gab es noch mit 25.1 Grad in Vossenack am 9. September oder 28 Grad in der Voreifel, während es in Mützenich über den ganzen kalendarischen Sommer keinen offiziellen Sommertag gab mit 25 Grad. Ein rund 2 Grad zu warmer September, ein viel zu trockener September und sonnigen Einklang war die Eintrittskarte in einen oft stimmungsvollen Oktober mit trüben Momenten, aber auch schönen Momenten mit dem Nebel und der Sonne. Das setzte sich auch im November fort, wobei die trüben Phasen doch häufiger wurden. Erste Fröste gab es erst in der Rureifel um den 22. November. Insgesamt verliefen der Oktober und der November normal von den Temperaturen ohne wirkliche Kontraste. Beide Monate waren insgesamt auch leicht zu trocken. Zum ersten Advent und zum Start in den Dezember gab es immerhin ein paar Schneetage im Hohen Venn, wobei aber der große Wintereinbruch nicht stattfand. Stattdessen setzte sich nach Weihnachten schon frühlingshaftes Wetter durch mit 14.1 Grad in Vossenack an Silvester, in Soller an der Drover Heide sogar 16.7 Grad und es ging mit Frühlingsgefühlen und zweistelligen Temperaturen in das neue Jahr 2022. Der letzte Monat verabschiedete deswegen etwas zu mild, leicht zu trocken und die Sonne schien insgesamt wenig, am meisten noch an Silvester.

 

Mit 8.8 Grad Jahrestemperatur war das Jahr 2021 satte 1.6 K kälter als das Vorgängerjahr 2020 in Hürtgenwald-Vossenack. Dabei war 2020 das wärmste Jahr überhaupt. Weil der Frühling so unterkühlt war und der Kernsommer ins Wasser fiel, war das Jahr 2021 entsprechend kühler, aber letztendlich im Durchschnitt. Auch die 997 l/qm Jahresniederschlag sind absoluter Durchschnitt, normal 989 l/qm (1959-2021). Mit rund 1500 bis 1600 Stunden Sonne war das Jahr ebenso normal. Wenn man das Jahr 2021 betrachtet, wird es unauffällig verschwinden, auch wenn die verheerende Flut lange an 2021 erinnern wird.

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