Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick August 2007

 

Extrem nasses Sommerende im August


Der August 2007 brachte seltene Hundstage mit Hitze, dafür aber einen viel zu nassen letzten Sommermonat.
Die langjährigen Mittelwerte des Niederschlags der letzten 30 Jahre wurden vor allem im Dürener Bördenland aber auch im Talsperrenbereich deutlich überstiegen. Damit hat sich die Siebenschläferregel in diesem Jahr mit Nachdruck bewahrheitet. Vom 27. Juni bis 10. Juli riss die Kette der Tiefdruckgebiete nicht ab. Dies sollte kein gutes Omen für die folgenden 40 Tage sein. Die Folgen haben wir leider erleben müssen. Bis zum 21. August dauerten die heftigen monsunartigen Niederschlagswellen an, die mit örtlich riesigen Regenmassen verbunden waren.


Nachdem wir bereits im Frühjahr - ohne Schneeschmelze - Hochwasser an der Mosel hatten (Anfang März), setzte sich diese Tendenz auch im Sommer fort. So stieg der Rhein am 20. August aus seinem Bett und überflutete sogar die Rheinuferpromenaden.
Insbesondere der 48-Stunden-Regen vom 8./9. August und die Starkregenfälle vom 21./22. August trugen zu den überdurchschnittlichen Monatswerten bei.


Mit 54,5 l/qm am 9. im Raum Niederzier-Hambach wurde der höchste Tagesniederschlag im Kreis Düren gemessen, gefolgt von Vossenack und Heimbach mit jeweils 44,5 l/qm. Für einen August gab es zuletzt im Raum Jülich und Hambach 1969 einen noch höheren Wert mit 60,4 l/qm (20.08.).


Das Dürener Land kam aber trotz aller Kapriolen im gesamten Sommer gut durch alle Unwetter.
Hier einige Monatssummen, die den Unterschied zum Mittel zeigen. Es fiel meist die doppelte Regenmenge des Mittelwertes:
Zülpich 140 l (280 %), Heimbach 137 l (263 %), Hergarten 147 l (247 %), Obermaubach 122 l (244 %), Nörvenich 129 l (248 %), Vettweiß 115 l (234 %), Niederzier-Hambach 131 l (234 %), Schwammenauel 137 l (232 %), Vlatten 129 l (222 %), Düren 116 l (207 %), sowie Vossenack 161, Schmidt 130 und Nideggen 100 l/qm.


Zahlreiche Tiefdruckgebiete verdarben der Sonnenstundenbilanz die Auszeichnung eines hervorragenden Sommermonats. Aber immerhin gab es ein Plus von 10%. So erreichte Zülpich 197 Stunden, Heimbach im Rurtal 172, Vossenack 178 und Nörvenich sowie Düren 190 Stunden.


Mit Durchschnittstemperaturen von 17,0 Grad in Düren und 15,4 Grad in Vossenack war der August nur wenig unter dem langjährigen Mittelwert. Also nichts ungewöhnliches. Die Abweichung der drei Sommermonate Juni, Juli und August war allerdings schon eindeutig positiv, dies zeigen die Werte aus Nörvenich:
statt 17,6 Grad wurden 18,3 Grad zusammengerechnet (zum Vergleich 2003 mit 20,6 Grad).


Die heißesten Tage des Monats August waren der 5. und 6. August (bis zu 34,6 Grad in Vettweiß, 34,1 Grad in Obermaubach und 29,3 Grad in Schmidt). Irgendwie unpassend zum Sommerferienende und dem ersten Schultag.
Neben dieser Extremhitze gab es viele Durchschnittstage.


Die Zahl der Sommertage über 25 Grad blieb ebenfalls unter dem Mittelmaß (12) mit nur 6 Tagen in Düren (Hocheifel nur 3 in Schmidt und Vossenack).
Der Schlusspunkt des Normalmaßes war die eisige Nacht am Morgen des 30. August.
Bis zu – 5,3 Grad wurden am Erdboden im Rurtal bei Kalterherberg gemessen.


Die Lufttemperatur in 2 m Höhe betrug in der Tallage an der Rur nur –0,5 Grad. Bodenfrost und gefrorene Autos gab es auch in einigen hochgelegenen Tallagen des Kreises Düren. Sogar Düren meldete nur 1,2 Grad am Erdboden, so kalt war es zuletzt im August 1993 und 1966.


Der August 2007 hatte also viele Extreme zu bieten: von faulenden Früchten an den Bäumen, über eine Schnecken- und  Mäuseplage bis zu Frostschäden an Tomaten.

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