Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Februar 2014

 

Unglaublich milder Februar- drittwärmster Winter seit 1937

 

Mit Hilfe der Mitteltemperaturen (Monate Dezember, Januar und Februar) lassen sich die Winter in unserer Region sehr genau einordnen. Danach liegt der Winter 2013/14 seit Beginn der Messungen im Dürener Land (1937) auf Platz 3. Hier für die Leser zur Gedächtnisstütze die Winter-Hitliste der Station Jülich:

6,5 Grad im Winter 2006/07;  Zahl der Frostnächte 14; max. Schneedecke  6 cm

6,1 Grad im Winter 1989/90;  Zahl der Frostnächte 26; max. Schneedecke  3 cm

6,0 Grad im Winter 2013/14;  Zahl der Frostnächte 14; max. Schneedecke  0 cm

 

Vor 1937 waren die Winter deutlich kälter bis ins Jahr 1889 zurück, das zeigen die Daten aus Aachen.

Auch der Februar brachte bis fast 550 m keine Schneedecke, noch nicht einmal Schneeflocken im Flachland. Und wer geglaubt hatte, der richtige Winter kommt zu Karneval, der hatte sich getäuscht. Im Gegenteil, Karnevalssonntag blühten die Forsythien in Düren und jetzt Anfang März dreht der Frühling erst richtig auf; andauerndes Hochdruckwetter liefert sonnige und warme Tage.

 

Auch bei den Zugvögeln hatte sich der Einzug milder Temperaturen rundgesprochen, sie kehrten besonders früh zurück. Aber schauen wir uns diesen frühlingshaften Februar mal genauer an. In Düren erreichte die Mitteltemperatur 6,5 Grad und in Vossenack 4,2 Grad. Damit lagen wir gut 3,5 Grad über den Langzeitwerten. Der wärmste Februar erreichte 1990 in Düren sogar 7,5 Grad. Abgesehen von einigen warmen Tagen mit bis zu 15,6 Grad im Raum Nörvenich und 15,0 Grad in Hasenfeld (24.02.) gab es nur selten Nachtfrost (Heimbach-Hasenfeld, Linnich-Gevenich und Vossenack nur eine Frostnacht, Düren zwei und Vettweiß vier Frostnächte. Seit Beginn der Messungen gab es keinen Februar mit so wenigen Frostnächten zwischen Jülich und Zülpich.

 

Die logische Folge war ein Totalausfall beim Wintersport in Eifel und Sauerland, sogar die Karnevalsflüchtlinge erlebten in den Alpen mildes Regenwetter.

Einzig die Sonnenscheindauer war -wie schon in den Vormonaten- ein Highlight des Hochwinters. Gut 20-40% lagen die gezählten Sonnenstunden über den Normwerten. Hier eine kleine Auswahl aus der Rureifel und dem Dürener Land:

Vossenack 68 Stunden, Heimbach Tallage 72, Linnich 77, Schmidt 91, Zülpich 107 und Düren 111 Stunden. Der Leeeffekt hinter der Eifel kam bei andauerndem Südwind vor allem dem Bördenraum zwischen Zülpich und Düren zugute.

 

Milde Winter sind oft sehr nass und stürmisch durch den anhaltenden Tiefdruck. Der Februar 2014 dagegen war relativ trocken und hatte zahlreiche Sturmtage vor allem in der ersten Monatshälfte. In Düren wurden am 7.2. Windböen bis 87 km/h registriert (Hasenfels bis 81 km/h).

Aber zurück zum Niederschlag. Erneut zeigen die Monatssummen im Eifelschatten extrem geringe Summen (meist 30-50% des Mittelwertes):

Vettweiß 17 l/qm, Zülpich 18 l, Vlatten 20 l, Düren 21 l, Drove 22 l, Hoven und Nörvenich 23 l, Hambach 25 l, Hasenfeld, Obermaubach und Nideggen 28 l, Schmidt 29 l, Brandenberg und Hergarten 31 l, Heimbach und Gevenich 33 l, Schwammenauel 35 l und Vossenack 39 l/qm.

Im Bördenraum zwischen Aachen, Düren und Zülpich war es der zweittrockenste Winter seit 1900.

 

Wie das Wetter nach einem solch warmen und trockenen Winter weitergeht, ist nach wie vor unklar. Nach dem extremen Winter 1974/75 folgte ein sehr heißer Sommer und nach dem warmen Winter 2006/07 folgte ein extrem sonniges und warmes Frühjahr. Wir werden es also abwarten müssen, vor allem die Folgen des warmen Winters, wie massenhaftes Auftreten von Insekten, Schädlingen und Zecken, werden wir ertragen müssen.

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