Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Februar 2009 (+Winter)

 

Kalter Frühlingsstart nach kaltem Winter


Auch wenn die Temperaturen des Februars 2009 nur knapp unter dem Durchschnitt des langjährigen Mittels lagen, war der Winter insgesamt im Vergleich zu den Vorjahren knackig kalt. Als Beweis für diese Aussage habe ich ihnen die Wetterstation am Forschungszentrum Jülich ausgewählt.


Normalerweise sind die 3 Wintermonate in Jülich im Schnitt 3,0 Grad kühl (1971-2000). In diesem Jahr gab es eine deutliche, negative Abweichung auf ein Wintermittel von 1,8 Grad. Das gab es zuletzt im Winter 1996/1997. Zum Vergleich sei hier auch der Winter 1962/63 in Jülich aufgeführt: Wintermittel –3,2 Grad, also noch mal 5 Grad kälter.


Selbst im Raum Düren wurde die 10-Grad-Marke im ganzen Winter nur einmal geknackt (am 28.Februar mit 13 Grad). Inzwischen ist es zwar sonniger geworden, aber die Nordostwinde und die Bodenfröste vermiesen die Stimmung in den Morgenstunden. Immerhin erreichte Nörvenich am vergangenen Samstag schon mal die 17,9 Grad und damit den höchsten Wert in NRW. Aber 20 Grad wird der März wohl nicht mehr schaffen. Auch in der nächsten Woche, ja wahrscheinlich sogar bis Ende März, dauert das spätwinterliche Intermezzo an. Für die Hochlagen der Rureifel und den Raum Monschau erwarte ich nächste Woche sogar noch einmal Schneefall. Wer kann, sollte also die Winterreifen noch drauflassen und die Landwirte sollten die Saat nicht zu früh in die Erde bringen.
Im vergangenen Jahr kam der Winter ja genau zum frühen Osterfest (20. bis 24. März) noch einmal in die Eifel zurück. Damals fielen sogar 30 cm auf den Eifelkuppen.


Im letzten Wintermonat Februar wuchs die Schneedecke in den Höhenorten (vom 11. - 17. Februar) auf 25 - 30 cm zwischen Höfen und Mützenich (von Jülich bis Zülpich lagen nur 2-4 cm). Auch in den höchsten Lagen war dieser Winter nur zeitweise schneereich. Die milden Phasen schmolzen das weiße Nass häufig zu schnell weg.


Die kälteste Nacht im Februar erreichte bei weitem nicht mehr die Minusgrade vom 7. Januar. Vor Düren wurden im Rurtal am 15.2. „nur“ –6,6 Grad erreicht (Boden –10°). Rekordhalter des Winters im Kreis Düren bleibt also die Kläranlage in Nörvenich mit –23 Grad Lufttemperatur.


An unseren Heizkostenabrechnungen können wir die Zahl der Frosttage gut wieder finden. Im Februar kamen in Düren noch einmal 10 Frosttage hinzu und damit stieg die Gesamtzahl (1.12. bis 28.2.) auf 53. Im Winter 1995/96 waren es zuletzt einige mehr, nämlich 61. 1962/63 erstarrte Düren und die Rur bei einer Rekordzahl von 78 Frosttagen zu Dauereis.


Die monatlichen Niederschlagsmengen lagen im Februar unter 300 m meist zwischen 40 und 70 Liter pro Quadratmeter und damit im Mittel knapp über den langjährigen Werten (+10 bis +20%). Markant mehr Regen fiel am Nordrand der Mittelgebirge. Am Beispiel Nörvenich mit einer Winterregensumme von 99 l/qm ist gut zu erkennen, dass die Wintermonate zu trocken waren. Diese Summe entspricht nur zu 80% den Langzeitwerten.


Besonders am 10. Februar fielen in der Nordeifel durch Sturmtief „Quentin“ erhebliche Regensummen innerhalb von 24 Stunden, in Monschau-Mützenich z.B. 43 l/qm. Gleichzeitig tobte der Sturm mit bis zu 85 km/h oberhalb von 500 m. Es war der stärkste Wintersturm, also kein Vergleich zu Kyrill im warmen Winter 2006/2007.


Nach einem sonnenscheinreichen Januar, wo Rekordwerte gemessen wurden, machte sich die Sonne im Februar rar. Mit nur 44 Sonnenstunden in Düren und 36 Stunden in Jülich wurden nur 45 % des Solls erfüllt. Der Winter insgesamt lieferte in Nörvenich 200 Sonnenstunden (+10 %), in Düren 228 Stunden (+13 %) und in Jülich 202 Stunden (+8 %).

Kein Wunder das die Dürener die momentanen Sonnenstrahlen schon bei 12 Grad in den Straßencafes oder vor den Eisdielen mit einer Decke genießen.


Für die Pollenallergiker ist dieser langsame Übergang ins Frühjahr genau richtig. Viel schlimmer ist der Massenausbruch der Pollen innerhalb kurzer Zeit.


Der März wird bis zum Monatsende kaum noch Niederschlag liefern und die östlichen bis nördlichen Winde werden den Frühling weiter aufhalten.


Wollen wir hoffen, dass dies ein gutes Ohmen für den Sommer ist. Die Bauernregeln sagen dazu:
„Märzenstaub und Märzenwind guten Sommers Vorbot sind“.

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