Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Januar 2009

 

Sibirische Kälte, Trockenheit und extrem viel Sonnenschein


Schon der Dezember 2008 hatte eine negative Abweichung von 1,6 Grad in Düren und Jülich. Der Januar 2009 konnte dies noch deutlich übertreffen. Die Summe aller Tages- und Nachttemperaturen schwankte im Flachland zwischen - 0,3 Grad am Rande der Stadt Düren und – 0,1 Grad in Jülich (Nörvenich Kläranlage sogar – 1,2 Grad). Auf den Höhen der Rureifel war es im Nationalpark nicht wesentlich kälter, so erreichte z.B. Schmidt mit – 0,6 Grad und Vossenack –1,2 Grad. Dies ergibt eine negative Abweichung von bis 2,8 Grad (Jülich). Zuletzt war der Januar 1997 noch einige Zehntel kälter (z.B. Düren Landwirtschaftsschule mit –1,6 Grad Mitteltemperatur).

Es gab zwei unterschiedlich temperierte Monatsteile. In der ersten Hälfte war es bitterkalt mit strengen Frösten vor allem in den Flusstälern der Niederungen. Stehende und fließende Gewässer unseres Kreises erstarrten im Eis. Endlich konnte man noch mal die Schlittschuhe auspacken und mit der Familie ein richtiges Eisfest feiern. Auch im Flachland lag zeitweise Schnee, bevor es in der zweiten Monatshälfte etwas milder und schneeärmer wurde.

Es gab auch eine kleine Wärmeinsel im Januar. Zweistellige Plusgrade lieferte dabei aber nur der Eifelföhn am 19. Januar. Mit 12,8 Grad war Vettweiß-Soller der wärmste Ort in NRW, aber auch Düren und Hoven mit 11,8 standen nicht weit davon entfernt.

Häufige Hochdrucklagen oder Föhnwinde sorgten rund um Düren zudem für enorm viele Sonnenstunden. Hier einige Beispiele: 125 Stunden in Vettweiß-Soller (genau wie in Aachen), 119 Stunden in Zülpich, 110 Stunden in Düren, 105 Stunden in Jülich, 102 Stunden in Drove und Aldenhoven, 97 Stunden in Nörvenich, sowie 84 Stunden in der Rurtallage bei Heimbach. Diese Summen liegen 50-70 % über den Normalwerten für Januar. In Aachen wurde sogar ein neuer Jahrhundertrekord für die Sonnenscheinmessung im Januar notiert. Erst das 5. Mal seit 1902 wurden im Januar im Raum Aachen mehr als 100 Sonnenstunden erreicht. Rekordhalter war bisher 2006 mit 125 Stunden gefolgt von 1989 mit 113 Stunden.

Herausragend im Vergleich zu den vergangenen 75 Jahren war auch die Trockenheit. In Düren fielen mit 21 l/qm nur 50 % der Normalmenge und in Jülich 31 l (63% des Mittelwertes). Rekordhalter für trockene Januare sind in Düren die Jahre 1996 mit 4 l/qm und 1997 mit 7 l/qm.
Hier weitere Summen aus dem Kreisgebiet:
Vettweiß 16 l/qm, Nideggen-Embken und Vettweiß-Soller 18 l/qm, Drove 20 l, Hoven 22 l, Nörvenich 23 l, Heimbach 25 l, Vlatten 26 l, Hergarten 28 l, Niederzier-Hambach 29 l, Schmidt 33 l, Hürtgenwald-Brandenberg 36 l und Vossenack 44 l.

Mit der sibirischen Kälte kamen am Dreikönigstag (leider auch am Ende der Weihnachtsferien) die maximalen Schneehöhen: 17 cm in Schmidt, 13 cm in Jülich und Linnich, 12 cm in Brandenberg, 8-10 cm zwischen Zülpich, Nörvenich und Vettweiß, sowie 6 cm in Hergarten. Zum Ski fahren war die Schneedecke reichlich dünn aber für Langlauf reichte es in den Hochlagen durchaus.

Dieser außergewöhnlicher Januar hatte aber noch ein weiteres Superlativ im Wetterbereich zu bieten. Viele Kreisbürger werden es nur durch andauernden Kopfschmerz oder Kreislaufprobleme bemerkt haben. Der niedrige Luftdruck war Schuld.
Am Freitag dem 23. Januar sanken die heimischen Barometer beim Durchzug von Sturmtief „Joris“ bis zum Anschlag. Es war der niedrigste Druck seit dem 1.2.1989. Um 13 Uhr 20 herrschte fast Windstille wie in einem Hurrikan als der Kern des Tiefs über die Nordeifel hinweg zog. Der Luftdruck betrug 964 hPa in Drove und 965 hPa an der Station Vossenack (NRW Rekord war in Weeze am Niederrhein mit 963 hPa).

Seit Sylvester 1996/97 war es in einem Januar zudem nicht mehr so kalt wie in den Frühstunden des 6. und 7. Januar. Während die Hochflächen der Eifel nur –13,9 Grad (Schmidt Windpark) bis –14,8 Grad (Vossenack) ertragen mussten, waren es in den Mulden und Flusstälern sogar eisige Werte unter – 20 Grad.


Hier die 10 kältesten Orte und ihre minimalen Lufttemperaturen, die örtlich sogar zum Platzen von ungeschützten häuslichen Wasserleitungen ausreichten: Heimbach und Soller –17,0 Grad (Boden –22,1), Aldenhoven –18,0 Grad, Jülich –18,6 Grad, Düren südwestlicher Stadtrand im Rurtal –19,2 Grad (Boden -20,2), Nörvenich Flughafen –19,4 Grad (Boden –25,0), Hoven –19,7 Grad, Vettweiß –19,9 Grad, Gürzenich –20,2 Grad, Drove –20,5 Grad und Nideggen-Embken (Füssenicher See) –22,4 Grad. Der absolute Tiefstwerte des Kreises Düren wurde wahrscheinlich an der Kläranlage Nörvenich (offizielle Station des Erftverbandes) erzielt: -23,0 Grad.


Um den Gerüchten über die bisher niedrigsten Temperaturwerte im Kreis oder am Rande des Kreises Düren ein wenig zu relativieren habe ich zum Abschluss des Artikels die negativen Stationsrekorde aller Wintermonate - soweit von offiziellen Wetterstationen erzielt - aufgeführt (Lufttemperaturen in 2m Höhe):
Elsdorf –26,6 Grad (Feb. 1956)
Nörvenich Kläranlage –24,0 Grad (Jan. 1997)
Düren (alte DWD Station, am Bahnhof) –23,1 Grad (Jan. 1940)
Düren (alte DWD Station, am Bahnhof) –21,0 Grad (Jan. 1942)
Nörvenich Flughafen –21,5 Grad (Jan. 1979)
Jülich Forschungszentrum –21,1 Grad (Jan. 1979).


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