Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick September 2008

 

September selten spätsommerlich warm


Nach einem eher durchwachsenen Sommer war auch der diesjährige September als erster Herbstmonat kein Garant für angenehme Wärme.


Die Mitteltemperaturen in allen Höhenlagen des Kreises Aachen zeigten eine negative Abweichung von 1,2 bis 2,0 Grad. Dabei spielte die Höhenlage keine Rolle: Mitteltemperatur in Vossenack 11,2 Grad (Abweichung -1,4 Grad und in Düren 13,0 Grad (Abw. –1,7 Grad). Im Vergleich zu den langjährigen Rekordwerten des September müssen wir leider feststellen, dass es im Dürener Land der kälteste Herbstbeginn seit 2001 war (damals in Düren 12,9 Grad).


In den letzten 50 Jahren nimmt das Jahr 2008 sogar Platz 7 der kältesten September ein. Platz 1 belegt 1972 mit 11,5 Grad, Platz 2 hat das Jahr 1986 mit 11,9 Grad und Platz 3 mit 12,5 Grad belegt 1990. Der kälteste September seit dem Zweiten Weltkrieg war allerdings im Jahr 1952 mit 10,9 Grad.


Die feuchtwarmen Gewitterlagen zum diesjährigen Monatsbeginn mit südlichen Winden wurden rasch von kalten Nordost- oder Ostlagen verdrängt. Dies nutzten die Schwalben zur Monatsmitte für ihren Rückflug mit Rückenwind in die Winterquartiere. Den warmen Tagen bis zum 11.9. folgten 16 kühle Tage. Dabei gab es erste Nachtfröste bis ins Dürener Rurtal.
Die wärmste Periode dieses ersten Herbstmonats dauerte gerade mal 3 Tage (9.-11.). Während es oberhalb von 500 m keine Sommertage mehr gab, meldete die Station Vossenack (auf 423 m NN) bei föhnartigen Winden noch 2 Sommertage über 25 Grad (Maximum 26,3 Grad am 11.).


Noch wärmer wurde es in Düren Hoven (28,1 Grad), rund um Drove (28,6 Grad) und auf dem Südhang in Untermaubach (28,5 Grad).
Erst am letzten Septemberwochenende kamen die Erinnerungen der Sonnenliebhaber an den Altweibersommer wieder zurück (Hoch Fody).


Der kälteste Tag des Monats war aber eindeutig der 19.9. mit Bodenfrösten bis an den Dürener Stadtrand.
Gleich 8 Bodenfrostnächte (bis –3,8 Grad) meldete die Wetterstation der Stadtwerke Düren aus dem Rurtal. In Heimbach waren es nur 2 und in Zülpich gar nur 1 Bodenfrostnacht.


Luftfrost in 2 m Höhe trat nur in den exponierten Talmulden der Eifel auf (Kalterherberg –1,8 Grad oder Hergarten –0,4 Grad).
Die Zahl der Sonnenstunden ist zu Beginn des Herbstes abhängig von den Hochdruckwetterlagen. Leider gab es davon zu wenig oder sie überdauerten nur 3-4 Tage. Dementsprechend blieb ihre Summe leicht unterdurchschnittlich: Vossenack 130 Stunden, Nörvenich 134, Aachen 138, Zülpich 140, Düren 141 und Kreuzau-Drove 146 Stunden, also keine großen Unterschiede zwischen der Hocheifel und der Börde. Ursache hierfür war der häufige Stau der Wolkenpakete aus Nordosten vor der Eifel.


Noch im vergangenen Jahr war der enorme Niederschlag bei einer andauernden Nordostwetterlage (28.9.2007) ein herausragendes Thema.
Ohne die Regenmengen vom 30.9. mit bis zu 42 l/qm in der Nordeifel (Schöneseiffen und Kalterherberg), wäre auch dieser September überall zu trocken geblieben.


Die nassesten Stationen erreichten folgende Monatssummen:
Kalltalsperre 94 l/qm, Vossenack 85 l, Hürtgenwald-Brandenberg 71 l und Drove 57 l. Alle anderen Stationen im Flachland lagen unter 50 l/qm.


Diese Mengen entsprachen im Dürener Land den langjährigen Mitteln oder zeigten rund um Nörvenich ein Defizit bis zu 25%.
Die trockensten Böden bei der Kartoffel- oder Rübenernte hatten folgende Ortschaften: Düren-Hoven bei 30 l/qm, Düren Stadt bei 40 l, Nörvenich nach 42 l und Vettweiß nach nur 44 l Monatssumme.
Der Oktober hat nach heftigen Stürmen und einigen kalten Nächten bereits mit der intensiven Blattfärbung begonnen. Den „Indian Summer“ im Nationalpark oder die Rotweinwanderungen an der Ahr können wir nach dem sonntäglichen Sturm und Regen in der zweiten Herbstferienwoche – besonders am Dienstag bei bis zu 20 Grad - voll genießen. Nach dem kalten September scheint der Oktober mit Hochdrucklagen über den Alpen das Wärmedefizit durch mehr Südwinde aufholen zu wollen. Dies zeigen jedenfalls die Vorschaukarten der Wetterdienste, also räumen sie ihre Geranien oder Balkonbepflanzungen noch nicht zu früh weg.


Die Rekorde für die Oktoberdrittel (seit 1945) zeigen was rund um Düren auch im zweiten Herbstmonat noch möglich ist:
10.10.1979 mit 28,5 Grad
13.10.2001 mit 25,5 Grad
26.10.2006 mit 24,5 Grad
Den letzten Sommertag im Herbstmonat Oktober hat die Wetterstation Düren übrigens am 13.10.2001 aufgeschrieben.


Es bleibt also noch Hoffnung auf Wärme auch kurz vor dem oft zitierten Allerheiligensommer.

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