Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick September 2007

 

Kalter Septemberstart in den Herbst


Das schöne Wetter, welches uns der goldene Oktober jetzt liefert, hätten wir gerne schon im September gehabt.
Hinter einem zu kalten August folgte aber zu allem Übel auch noch ein um 1,0 Grad zu kalter September (z.B. in Düren). Der diesjährige wolkenreiche September brachte häufige Starkregenfälle und er war enorme 4 Grad kälter als der Ausnahmeseptember 2006.


Die Mitteltemperatur betrug im kalten Rurtal bei Heimbach nur 12,4 Grad und vor Düren 13,7 Grad. Nörvenich, Zülpich, Düren-Hoven und Niederzier-Hambach waren mit 14,4 Grad deutlich wärmer. Auf den Höhen der Nordeifel lagen sie bei 11,7 Grad (Vossenack) bis 12,0 Grad (Brandenberg).


Der Witterungsfall „Altweibersommer“ wollte sich einfach nicht einstellen. Es fehlten die beständigen Hochdruckgebiete über Osteuropa oder der Ostsee. Nur am 22. und 23. September wurden Höchstwerte von über 25 Grad an folgenden Wetterstationen beobachtet: Kreuzau-Drove 26,5 Grad, Zülpich 26,4 Grad, Untermaubach 26,0 Grad, Vettweiß 25,7 Grad, Düren-Hoven 25,4 Grad, sowie Düren und Nörvenich 25,1 Grad .


Kein Vergleich zum Vorjahr (30 Grad) oder zum 8. September 1911 (bis 34 Grad in Düren).
Normalerweise freuen wir uns zu Beginn des Herbstes noch über 2-3 warme Sommertage, in diesem Jahr gab es nur wenige (1-2) oder gar keine, was aber keine Seltenheit ist. Schuld daran waren die vielen Wolken und damit verbunden die geringe Sonnenstundenzahl.


Im Jahr 1895 meldete die Station Aachen enorme 16 Sommertage im September als Rekord der letzten 150 Jahre.
Die Sonnenstundendauer erreichte in diesem Jahr im Flachland des Kreises Düren nicht viel mehr als auf den Höhenzügen, das zeigen folgende Zahlen: Vossenack 125 Stunden, Drove und Untermaubach 126 Stunden, Düren und Nörvenich 140 Stunden und die Tallage von Heimbach geländebedingt nur 116 Stunden.


Die negative Abweichung betrug meist 15-20 % und war damit nicht außergewöhnlich. Im Jahr 2001 z.B. schien die Septembersonne deutlich weniger, nur 30 Stunden lang auf den Nordeifelhöhen und 94 Stunden in Nörvenich.
Einige wenige Kaltluftvorstöße waren im September so heftig, dass in den Alpen um den 5. September erste Schneefälle niedergingen. Zur gleichen Zeit sanken bei uns in der klaren Nacht zum 5.9. und auch am 16.9. die Thermometer in Bodennähe auf frostige Werte. Unter 5 Grad sank das Thermometer in Hergarten und Drove (4,5°), sowie in Düren (4,4°). Das Minimum am Erdboden betrug unmittelbar vor Düren im Rurtal am 5.9. nur 0,3 Grad.


An den bisher kältesten Septembertag der letzten 100 Jahre erinnern sich nur die älteren Mitbürger in Düren. Es war zu Kriegsbeginn am 28.9.1939 als in Düren an der Landwirtschaftsschule –2,0 Grad Lufttemperatur gemessen wurden (Boden –5 Grad).

Maßgeblich zu einem gebietsweise sehr nassen September beigetragen hat das Unwettertief „Faysal“ am 27./28. September. Zwar wurden auch am 3.9. in Vlatten 17 l/qm gemessen, doch das Unwettertief mit 20 Stunden Regen stellet alles in den Schatten.
Es kam zu schweren Überflutungen nur am direkten Eifelanstieg in Aachen, Roetgen (94 l/qm) und im Kreis Euskirchen (Bad Münstereifel 131 l/qm).


Ursache für den andauernden Niederschlag war die folgende Wettersituation: Kaltluft mit starken Winden aus dem Ostseeraum trieb die Tiefdruckspirale von „Faysal“ mit feuchtwarmer Luft aus dem Mittelmeerraum unentwegt an. Die Niederschlagsmassen stauten sich vor der Ost- und Nordseite der Eifel. Also genau umgekehrt wie sonst üblich. Durch die Änderung der Anströmung in Richtung Nordeifel am späten Abend bildete sich am Eifelanstieg ein Starkregenband aus, das nicht überall bis in die Höchstlagen reichte. Hier eingelagerte Starkregenzellen haben lokal erheblich höhere Tages-Niederschläge produziert.


Bedingt durch dieses Unwetter stiegen die Monatssummen örtlich auf die doppelte Monatsmenge. Hier die größten Tagesmengen des Unwetters aus dem Bereich des Abstiegs zur Rureifel:
Vlatten 68 l/qm, Heimbach 67, Vossenack 66 l, sowie Schmidt und Hürtgenwald-Brandenberg 60l/qm.

Bleib zu hoffen das der goldene Oktober noch bis Allerheiligen bleibt. Die Vorhersagekarten zeigen jedenfalls gut 10 Tage trockenes Hochdruckwetter mit der Gefahr von Nachtfrösten.

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