Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Dezember 2014

SEHR TRÜBER UND MILDER JAHRESAUSKLANG- DEZEMBER BOT NUR KURZES WINTERGASTSPIEL

 

Trotz der Schneefälle am Monatsende setzte auch im Dezember die Reihe der viel zu warmen Monate im Jahr 2014 fort. Die Durchschnittswerte der Temperatur lag im Raum Düren mit einer Abweichung von +0,7 Grad deutlich über dem dreißigjährigen Mittel (1981-2010). Auch in der Rureifel meldeten Vossenack und Schmidt eine positive Abweichung von +0,2 Grad bzw. +0,9 Grad.

In der Summe aller Monate war 2014 sowohl im Raum Düren als auch in den Höhengebieten das wärmste Jahr seit Beginn der Beobachtungen (seit 1937).

Betrachten wir den Verlauf des Monats etwas genauer, so rücken folgende Extreme oder Ereignisse in den Mittelpunkt. Am 2./3. Dezember gab der Winter ein erstes kurzes Gastspiel mit einer dünnen Schneedecke bis ins Flachland. Die erste rodelfähige Schneedecke fiel aber erst am 8./9. Dezember im oberen Nationalpark (5-10 cm vom Kermeter bis Kalterherberg). Danach regierten Sturm und sehr milde Temperaturen das Geschehen bis über Weihnachten. In den letzten vier Tagen des Jahres blieb der Schnee dann oberhalb von 300 m liegen, war aber mit 12-16 cm nur bedingt tauglich für den Wintersport. Am Sonntag nach Weihnachten (28.) konnte man bei 2-4 cm sogar im Flachland die erste Schneedecke seit März 2013 genießen.

Die niedrigsten Temperaturen des gesamten Jahres 2014 wurden nach Weihnachten über der dünnen Schneedecke gemessen:

-3,9° in Vettweiß, -5,0° in Aldenhoven u. Nörvenich, -5,8° in Jülich, -7,2° in Düren (Boden -9°), -7,6° in Schmidt-Harscheid (Boden -15°), -8,1° in Vossenack (Boden -14°), -8,2 Grad in Heimbach (Boden -11°), -8,5° auf dem Kermeter und -8,7° in Kreuzau-Drove. Die höchsten Werte wurden am 18.12. mit 10,4° auf dem Kermeter (Rureifel) und 13,5° in Jülich gemessen. Gerademal acht Frosttage in den Niederungen (Düren) waren kein besonderes Aushängeschild für einen Winterauftakt (im Mittel sind es 13 Frosttage). Oberhalb von 500 m dagegen entsprachen die 16 Frostnächte rund um Vossenack und Schmidt den Erwartungen der Statistik.

Alle Besitzer einer Solaranlage werden die extrem trübe Witterung des Dezembers auf den Ergebnislisten des Monats gesehen haben. Nur 40% des üblichen Sonnenscheins wurde in allen Höhenlagen von den Sonnenschreibern abgelesen: Vossenack 9 Stunden, Tallage Heimbach 14, Heimbach-Hasenfeld 17, Schmidt 21, Jülich 27, Aldenhoven 29 und Düren 31 Stunden. In den letzten 25 Jahren war nur der Dez. 2010 noch sonnenscheinärmer (20 Stunden z.B. damals in Düren).

In der Jahressumme 2014 zeigen sich große Unterschiede zwischen Stau- und Leeseite der Eifel, überall aber wurden nur 50% des Mittels für Dezember erzielt. Im Raum Düren schien die Sonne 1865 Stunden, in Jülich 1727 Stunden und in Schmidt-Harscheid 1634 Stunden.

Häufige Sturmwetterlagen aus westlichen Richtungen brachten min. ein Dutzend Tage mit Böen der Stärke 8-9. In den letzten 35 Jahren gab es außer 1999 keinen so windigen Dezember (jetzt im Mittel 3,4 m/s in Düren).

Die folgenden max. Böen des Monats sorgten in den Versicherungsagenturen wieder für rege Tätigkeiten:

Raum Düren 74 km/h, Raum Zülpich/Vettweiß 78 km, Jülich 85, Aldenhoven 90 km und Niederzier-Hambach 93 km.

Zum Abschluss ein Blick auf die sehr unterschiedlichen Regensummen. Durch zahlreiche Sturmtiefs aus Westen erhielt die Stauseite der Eifel im oberen Nationalpark große Regensummen, im Eifelschatten dagegen -wie üblich- die geringsten Mengen in der Jülich-Zülpicher Bördenlandschaft. Die Abweichungen lagen verbreitet bei einem Überschuss von 15-30% im Vergleich zu den Langzeitwerten. Hier einige trockene und sehr feuchte Standorte:

- Vossenack 105 l/qm, Brandenberg 104 l, Schmidt und Hergarten 86 l sowie Kermeter 75 l;

- Heimbach-Hasenfeld 41 l, Hambach 53, Düren 57 l, Jülich 59 l und Linnich-Gevenich 61 l/qm.

Zwischen Jülich und Vettweiß zählten die Regenmesser 2014 folgende Jahresniederschlagssummen: 680 l/qm in Düren, 802 l/qm in Jülich und 900 l/qm in Vossenack.

Auch der Januar ist nach einigen Wintertagen in den Hochlagen inzwischen überall sehr mild und erneut eher stürmisch als winterlich. Temperaturen bis 15 Grad  im Hochwinter (10. Januar) sprechen eine deutliche Sprache.

Die zweite Januarhälfte wird allerdings zunehmend winterlich mit einer Schneedecke bis ins Flachland.

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