Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Juni 2014

Hitze zu Pfingsten

Unauffälliger, etwas zu warmer Sommerauftakt

Ohne die Hitze und Unwetterlage der Pfingsttage würden wir den Juni 2014 rasch wieder vergessen.

Die Monatsmitteltemperaturen (Düren 16,5 Grad und Nideggen-Schmidt 15,2 Grad) wurden nach der Pfingst-Hitzewelle in der zweiten, kühlen Hälfte ausgeglichen. Die positive  Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug meist +0,3 bis  +0,6 Grad. In den höheren Lagen war der Juni  noch wärmer als im Flachland (Kermeter 15,1 Grad).

Neben den üblichen schwachen Bodenfrösten (meist zur Schafskälte am Monatsende), die immer wieder in klaren Juninächten in den hochgelegenen Tälern der Eifel registriert werden (Kalterherberg -1,4 Grad ), blieben wahrscheinlich nur die schwülheißen Tage zu Pfingsten (7. bis 9. Juni) im Gedächtnis. Die meisten Stationen in den Niederungen schafften an den Feiertagen 30-32 Grad und oberhalb von 500 m Seehöhe 28-30 Grad (Schmidt und Kermeter Wilder Pfad 30,4 Grad). Es waren die höchsten Temperaturen im ersten Junidrittel seit min. 40 Jahren (Hoven 32,6 Grad, Vettweiß 32,8 Grad, Düren 33,1 Grad und Kreuzau-Drove 33,2 Grad).

Nur vom 6. bis 10. Juni stiegen die Maxima fünf Mal über die 25 Grad Marke, das war deutlich zu wenig. Im Juni 2003 waren es in Düren sogar 21 Sommertage.

Auch die Sonnenscheinsummen zeigten keine großen Unterschiede zwischen den Niederungen und der Rureifel. Häufig zogen die Gewitter über den Nationalpark hinweg zur Dürener Bördenlandschaft. Die Sonnenausbeute erreichte in der Heimbacher Tallage 172 Stunden, in Zülpich und Schmidt 201 Stunden, in Jülich 213 Stunden, Düren 220 Stunden und in Kreuzau-Winden 236 Stunden.

Durch die gewittrigen Starkregenfälle zu Pfingsten gab es große Unterschiede in der monatlichen Regensummenbilanz im Kreis Düren: Düren 60 l/qm, Schmidt und Vettweiß 62 l, Obermaubach, Hambach und Drove 64 l,  Hergarten und Winden 67 l, Heimbach 72 l, Schwammenauel  und Jülich 76 l, Brandenberg 81 l, Zülpich 83 l und Linnich-Gevenich 91 l/qm.

Die höchsten Tagessummen (vom 9.6.) wurden aus Hürtgenwald-Brandenberg mit 24 l/qm gemeldet.

Die meisten Leser werden sich noch an die unglaubliche Wolkenstruktur vom Pfingstmontag erinnern. Hagelwaben oder Mammatuswolken gingen dem abendlichen Gewittersturm voraus. In Verbindung mit orkanartigen Fallwinden (93 km in Düren und bis 144 km/h am Tagebau in Niederzier Hambach) überquerte uns anschließend der Gewitterkern. Die Hagelkörner erreichten 1-2 cm. Im Vergleich zum Ruhrgebiet kam unsere Region aber noch glimpflich davon.

Südlich von Vettweiß gab es in Zülpich-Füssenich gegen 13 Uhr am Pfingstmontag Hagelschlag bis 5 cm dicke. Mehr als 10.000 Autos wurden rund um Zülpich durch die Eiskörner beschädigt und viele Dächer gingen zu Bruch.

Der Sommer 2014 wird nach der Siebenschläfer Regel  im Juli und August nicht überdurchschnittlich. In der entscheidenden Phase vom 6. bis 11. Juli erreichte das Luftdruckmittel gerade mal 1012 hPa statt der notwenigen 1020 hPa oder mehr.

Kurze Hitzewellen und schwülheiße, gewittrige Phasen werden sich abwechseln. Schon in der ersten Sommerferienwoche gab es am 8./9. Juli riesige Regenmengen in nur 48 Stunden (Düren 99 l/qm und 131 l/qm an der Deponie Aachen bei Alsdorf-Warden).   

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