Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Dezember 2012

 

Kaltstart in den Dezember- Frühlingshaftes Weihnachtsfest

 

Große Kontraste gab es im Dezember 2012 zwischen den ersten 14 Tagen mit schneereichem Winterwetter und danach einer extrem milden Regenphase bis Sylvester. Es bestätigte sich erneut: „Keine Wetterregel im Jahresverlauf ist so beständig wie das Weihnachtstauwetter im Rheinland“. In der Summe aller Temperaturen war der Dezember in den Niederungen und auf den Bergen 0,5 bis 1,0 Grad zu warm (Mitteltemperatur in Düren 4,7 Grad und in Vossenack 2,6 Grad).

 


Seit Februar war es der zehnte Monat in Folge, der zu warm war. Die unterschiedlichen Gesichter des Monats werden erst bei genauer Betrachtung sichtbar. Schon am 2.12. setzte sich der Winter in den Eifelhochlagen fest. Bis zum 11. Dezember war die Schneedecke schon auf 36 cm in Kalterherberg und 30 cm in Monschau angewachsen. Auch in den Niederungen rund um Düren brachte die sibirische Kälte vom 5. bis 9. eine geschlossene Schneedecke von 2-7 cm.

 


Mit der Höhe stiegen die Schneedecken dann auf 12 cm in Vossenack und 11 cm in Schmidt. Die Lifte liefen in den Hochlagen aber nur an wenigen Tagen. Über den frischen Schneedecken wurden am 8. und 12. Dezember sehr niedrige Temperaturen notiert. Hier einige Minima: Schmidt -6,2 Grad, Düren -9,0 Grad, Drove -10,2 Grad, Heimbach-Vlatten -12,4 Grad und Nörvenich Kläranlage -13,5 Grad. Am Erdboden 5 cm über der Schneedecke wurden in Schmidt -14,2 Grad gemessen.

 


Unsere Heizungen und die Streudienste arbeiteten zu diesem Zeitpunkt auf Hochtouren. Keiner glaubte, dass diese Schneemengen auf den Bergen (51 cm in Udenbreth) Weihnachten nicht überstehen würden, und doch es geschah - wie fast jedes Jahr - mit stürmischen Südwinden und atlantischer Warmluft. Bis Weihnachten siegte die milde Luft, es gab Hochwasser und rekordverdächtige Temperaturen. In den Niederungen des Dürener Landes wurden zu Heiligabend 14,5 Grad im Raum Vettweiß, 14,2 Grad in Drove und 14,0 Grad in Düren erreicht.

 


Häufige Tiefdruckgebiete und viele Wolken schmälerten die Ausbeute der Sonnenkollektoren im vergangenen Monat. Die westlichen Mittelgebirge hatten deutschlandweit die geringsten Sonnenstunden. Hier einige Messergebnisse aus der Voreifel und Rureifel: Drove 58 Stunden, Zülpich und Düren 47 Stunden, Langerwehe 33, Schmidt 29, Vossenack 22 und Heimbach 17 Stunden. Dies sind gerade mal 30-50 % der Normalwerte.

 


Ganz anders das Bild bei den Regensummen. 26-29 Regentage ließen kaum Platz für eine Autowäsche. Überall fielen 120-200 % des Langzeitwertes. Die von Westen gegen die Eifel prallenden Lee der Eifel bei Südwind die Region Düren viel trockener blieb. Folgende Zahlen zeigen die Unterschiede im Kreisgebiet deutlich: Monschau 222 l, Vossenack 159 l, Aldenhoven 147 l, Schmidt 132 l, Brandenberg 130, Hoven und Hergarten-Düttling 113 l, Heimbach 105 l, Nörvenich 96 l, Drove 92 l, Düren 86 und Vettweiß 82 l/qm. Im Raum Düren fallen im 30-jährigen Mittel 44 l/qm (Dezember), das bedeutet also im Dezember eine Abweichung von 195%. Laut Statistik erreichte der Dezember 2012 in Düren den 6. Platz seit 1931.

 


Die Jahresniederschlagsmenge 2012 lag an dieser Station bei 623 l/qm. Neben den starken Regenfällen waren auch die häufigen Stürme ein auffallendes Kennzeichen im Raum Düren. Tage ab Windstärke 6 gab es 18 und Tage ab Windstärke 8 immerhin 4. Auch jetzt Anfang Januar rauschen die Tiefs mit milder Luft von der Nordsee in die Eifelregion, aber zum nächsten Wochenende kehrt der Winter in die Eifel zurück.

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