Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Oktober 2012




Nur phasenweise "Goldener Oktober" Temperatur-, Sonnenschein- und Regenrekorde im Kreis Düren

 

 

Der diesjährige Oktober lieferte wirklich abwechslungsreiches Wetter, ganz anders als der November zurzeit. Zunächst war es wechselhaft und kühl, ab der Monatsmitte dann warm mit goldenen Farben im Blätterwald, am Monatsende sogar ein erster Wintergruß.



In der Zusammenschau aller Tages- und Nachttemperaturen zeigte die Mitteltemperatur 10,5 Grad in Düren sowie 10,2 Grad in Drove und Vettweiß. Die Abweichung vom Langzeitwert betrug -0,4 Grad. In der Rureifel wurde aus Vossenack ein Mittelwert von 8,9 Grad und aus Schmidt 9,7 gemeldet (+0,2 Grad). Auf den Bergen war es einige Tage ein richtig warmer Oktober. Ein rascher Wechsel von sehr warm auf sehr kühl wurde – und das ist typisch für den Oktober - durch die Lage der Tiefdruckgebiete und den abrupten Windwechsel verursacht.



Besonders angenehm und spätsommerlich war der Zeitraum vom 17.-24. mit teilweise neuen Temperaturrekorden für das letzte Monatsdrittel. Mit 25,7 Grad in Hambach, 25,1 Grad in Düren-Hoven und 24,7 Grad in Untermaubach wurden durch Föhneinwirkung noch einmal sommerliche Daten abgelesen. Rekordhalter für das letzte Oktoberdrittel im Kreis Düren war bisher der 24.10.1971 mit 24,6 Grad. Der heftige Südwind aus der Sahara hinterließ überall feine Sandspuren im Morgentau. Auch der Wärmerekord für die Lagen oberhalb von 400 m wurde am 22.10. gebrochen. Bisheriger Rekordhalter war auch hier der 24. Okt. 1971 mit 21,0 Grad; jetzt waren es unglaubliche 24,0 Grad in Vossenack und 23,4 Grad in Hürtgenwald-Brandenberg. Die für diese Jahreszeit fast unglaubliche Inversionswetterlage zeigte an geschützten Stellen sogar Werte bis 25 Grad, wie z.B. auf dem Sonnenplateau von Monschau-Mützenich.



Schon bald aber drehte der Wind wieder auf Nord (vom 27.-29.), große Schwärme von Kranichen überflogen die Eifel und arktische Kaltluft leitete einen Absturz der Temperaturen in den Frühwinter ein, der zum Glück nicht lange blieb. Die niedrigsten Lufttemperaturen am Morgen des 28.10. lagen zwischen -3 und -4 Grad. Am Erdboden ging es runter bis auf -5,6 Grad im Dürener Rurtal und -7,4 im Kalltal bei Schmidt. An diesem eisigen letzten Oktoberwochenende gab es im Monschauer Höhengebiet auch die erste dünne, durchbrochene Schneedecke des aufziehenden Winters.



In der goldenen Phase vor dem Kaltlufteinbruch wurde die Basis gelegt für eine noch überdurchschnittliche Sonnenstundenbilanz. Ein Plus von 10-25% war keine Seltenheit. Der Raum Düren/Jülich war mit 152 Sonnenstunden (Düren) bis 170 Stunden (Linnich-Gevenich) die sonnigste Ecke in Deutschland im Oktober. Auch die folgenden Sonnenwerte sind beachtlich: Untermaubach 165 Stunden, Zülpich 148, Langerwehe 147, Heimbach 132, Drove 126, Schmidt-Harscheid 119 und Vossenack 85 Stunden.



Auch bei den Niederschlägen war der Nationalpark Eifel im vergangenen Monat Spitze in Deutschland. In Kalterherberg wurde eine Regensumme von 188,4 l/qm gemessen (deutschlandweit höchste Oktoberregensumme). Auch die eigentlich sehr trockene Bördenlandschaft rund um Düren meldete recht hohe Summen: Heimbach 132 l/qm, Vossenack 131 l, Zülpich 114 l (Rekord seit 1977), Schmidt 108 l, Brandenberg 100 l, Hambach 91 l, Drove 88 l, Linnich-Gevenich 83 l und Stadt Düren 81 l/qm. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug in den Hochlagen bis 150%. Die größten Tagessummen brachte Sturmtief „Marianne“ im oberen Nationalpark mit 49,3 l/qm am 3. Oktober.



Zurzeit dümpelt der November so vor sich hin und es ist immer noch mild und nass. Das zweite Novemberdrittel wird kälter und trockener. Bis zum 20.11. ist aber in den Langzeitkarten kein Wintereinbruch in Sicht.

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