Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick November 2010



Zuerst Novemberfrühling dann Wintereinbruch
Dezemberwinter bleibt bis Weihnachten ?



Wie schon im Oktober, so wurde auch der November von zwei extremen Witterungstypen gekennzeichnet. Der Novemberfrühling oder auch Martinssommer genannt, dauerte in diesem Jahr fast drei Wochen. Ein letztes Mal wehte – föhnunterstützt - ein Hauch von Warmluft in die Eifelregion und das Dürener Land. Mit 17,7 Grad in Jülich und Hambach, 18,2 Grad in Kreuzau-Drove, 18,3 Grad in Düren und 18,7 Grad im Raum Zülpich wurden am 4.11. die angenehmsten Werte gemessen.


Leider ging die Warmluft nicht mit Sonnenschein übers Land. Häufige Tiefdrucktätigkeit und Nebellagen gestalteten das Wetter oft trüb und schmuddelig. Nur 20 - 40 % der normalen Sonnenscheintätigkeit wurde in unserer Region erreicht. Der Föhn schaffte in Düren 43 Sonnenstunden, in Zülpich 41, in Drove 39, in Vossenack 33, in Heimbach und Langerwehe 31 und in Nörvenich 29 Stunden. So sonnenscheinarm war es zuletzt im November 1976 und 1977. 


Trotz der frühlingshaften Phase in der ersten Monatshälfte sank der Monatsmittelwert durch die eisigen Tage nach dem 22.11. noch in den Negativbereich. Bei einem Mittelwert von 4,0 Grad in Vossenack betrug die Abweichung -0,5 Grad. Ähnlich war es in den Niederungen (Abweichung Düren -0,3 Grad bei einem Mittelwert von 6,2 Grad).
Erst in den letzten Tagen des Monats gab es herbstliche Fröste und erste Schneefälle. Vom 22. November bis min. zum 10. Dezember ist die Temperatur in höchsten Eifellagen nicht mehr über ein Grad angestiegen. Die strengsten Fröste des Monats hielt der Morgen des 28.11. bereit:
- 7,9 Grad in Hürtgenwald-Brandenberg, - 7,7 Grad in Vossenack, - 7,5 Grad in Heimbach Rurtal, - 7,6 Grad in Drove, sowie – 6,7 Grad in Düren. Am Erdboden über der Schneedecke war das Rurtal bei Düren mit –10,5 Grad Spitzenreiter. Zudem wurden seit 1977 nicht mehr so viele Eistage in einem November gemessen (3 in Düren, Schmidt, Drove und Zülpich und 5 in Vossenack).


Die erste Schneedecke des Winters (am 26.11.) kam im Flachland schon 15 Tage vor dem langjährigen Mittelwert. 
Dauerfrost und Schnee haben den Ersten Advent – wie schon lange nicht mehr - im ganzen Kreis Aachen geprägt. Die Eifelnordseite hatte dabei die höchsten Schneedecken zu bieten. Ende des Monats lagen in Zülpich 8 cm Schneedecke, in Nörvenich 7 cm, in Vossenack bis 5 cm und in Jülich 4 cm. Das hat sich inzwischen gründlich geändert, die Hocheifel ist vor dem 3. Advent regelrecht im Schnee versunken. Am 10.12. lagen in Mont Rigi 39 cm, in Lammersdorf 35 cm und in Mützenich 33 cm.


Deutliche Abweichungen zwischen den Regensummen der Nordeifelhochlagen mit Weststauregen und dem flachen Dürener Land mit einigen Föhnwetterlagen wurden von den Beobachtern abgelesen. Die drei niedrigsten Niederschlagsmengen fielen folglich in Vettweiß mit 46 l/qm, sowie 55 l in Zülpich und Nörvenich. Die höchsten Niederschlagsmengen fielen in Vossenack mit 118 l/qm, in Langerwehe mit 115 l und in Schmidt 98 l/qm.


Aufgrund des Starkregens in der Nordeifel am 12. und 13. gab es kurzzeitig sogar Überflutungen an der Rur und vor allem in Belgien. Im Raum Kalterherberg fielen am 13.11. immerhin 58,6 l/qm in 24 Stunden (42 l/qm im Raum Aldenhoven). 
Ein weiterer Beweis für die Besonderheit dieses Novembers war der zeitweise extrem niedrige Luftdruck. Es war der dritttiefste Druckabfall seit 1945 in unserer Region. Platz 1 belegt der 26.02.1989 mit 958 hPa gefolgt vom 23.01.2009 (965 hPa) und jetzt am 09.11. mit 974 hPa (gemessen in Vossenack).


Den 11.11. werden in diesem Jahr viele Karnevalisten mit dem Wetter in Verbindung bringen. Es gab zum Nachmittag Sturm der Stärke 8-10. Zwischen Aachen und Düren wurden 89 bis 93 km/h abgelesen.


Seit Anfang Dezember diktiert der Winter unsere Tagesabläufe sowohl in den Niederungen als auch in den Wintersportorten. Nach dem Maximum der Schneedecken vor dem 3. Advent gibt es eine 48-stündige Tauwetterperiode die den Schnee pappig werden lässt oder im Flachland ganz wegfließt.


Schon am Sonntag kehrt der Winter oberhalb von 500 m mit Frost und Schnee zurück. Nach dem 3. Advent ist es zunächst bis Dienstag frostig kalt (-5 bis –10 Grad). Ab Mittwoch gibt es wieder mehrere Tage starke Schneefälle. Zur Zeit zeigen die Vorhersagekarten sogar eine Andauer des Winterwetters bis Weihnachten.


Mit freundlichem Gruß
Karl Josef Linden

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