Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick September 2009


Angenehm warmer, trockener September
Herbstferien mit „Goldener Oktober“ ?

 

Die sonnigen und warmen Spätsommertage im September erinnerten das Dürener Land keineswegs ständig an einen Herbstmonat. Zum Monatsbeginn wurde es sogar noch einmal richtig heiß mit örtlich 32 Grad, bevor es dann doch ganz langsam abkühlte. Die kühlen, nassen Perioden dauerten aber nie länger als 3 Tage, dann überstrahlte der Altweibersommer wieder die Landschaft und so ging es bis zum Monatsende.


Schauen wir uns die Temperaturen einmal genauer an, so gab es die übliche Differenz zwischen den Hochlagen der Rureifel rund um Vossenack mit 13,3 Grad (Mittelwert aller 30 Tage) und Düren Stadt mit 15,3 Grad. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug + 0,6 bis + 0,8 Grad. Zur Erinnerung möchte ich ihnen an dieser Stelle die beiden extremsten Septembermonate seit dem 2. Weltkrieg ins Gedächtnis rufen:
1952 Düren 10,5 Grad (kältester); noch kälter war 1912 mit 9,8 Grad;
2006 Düren 18,1 Grad (wärmster).


Der September war also weit entfernt von Rekordwerten, aber dennoch sehr angenehm.
Am 8. September konnte man noch einmal einen Tropentag registrieren (Kreuzau-Drove, Vettweiß und Hoven 32,3 Grad, sowie Vossenack 26,7 Grad) und die Sonnencreme rauskramen. Überall sah man Sonnenbadende und die letzten offenen Schwimmbäder waren gut besucht.


Insgesamt konnte der erste Herbstmonat in den Niederungen noch überdurchschnittliche 4-5 Sommertage produzieren und selbst in Schmidt waren es auf 461 m Seehöhe noch 2 Sommertage.
Der Septemberglanz wurde in diesem Jahr auch nicht von knackigen Frösten oder Eiskratzern unterlaufen. Zwar wurden am 26. und 27. September im oberen Rur- und Kalltal erste Bodenfröste bis –1 Grad gemeldet, doch die Tomaten in den Gärten waren noch nicht gefährdet. Im letzten Jahr war das deutlich schlimmer. Im Dürener Rurtal wurden damals bereits 6 Bodenfrostnächte bis –3 Grad notiert.


Die niedrigsten Septemberwerte gab es in Düren am 27. September 1939 (Luft -0,5° und Boden –5°).
Die Sonnenstundensummen waren in der Rureifel und im Dürener Land zwar nicht so hoch wie an der Ostsee (Rügen 200 Stunden), doch alle Stationen lagen 10-15 % über den Normalwerten: Drove 173 Stunden, Nörvenich 170 Stunden , Düren 167 Stunden, Zülpich 156 Stunden und Heimbach Tallage 127 Stunden.


Zähe Nebelfelder, die die Sonnenscheinbilanz im Herbst stark beeinflussen können, waren eher selten. Der 21.09. z.B. war ein solcher Tag, obwohl Hoch Rosemarie eigentlich für sonnige Tage garantieren konnte.
Mit einem letzten Gewitter beim Aufzug höhenkalter Luft am 14.09. wurden die letzten Schwalben aus dem Kreis Düren verabschiedet. In den letzten 50 Jahren hat sich nach Angaben von Wetterbeobachtern aus Bad Münstereifel die Aufenthaltsdauer der Schwalben um fast 4 Wochen verlängert.


Für die Betreiber von Windrädern war es aufgrund der vielen Hochdrucklagen kein sehr ertragreicher Monat. Windstärke 8 konnten die Wetterstationen oberhalb von 400 m nur am 3. September messen (60-70 km/h), ansonsten waren Herbststürme eine Fehlanzeige.


In unserer Erinnerung bleibt der September nicht nur durch seine spätsommerlichen Temperaturen. Vor allem durch seine Trockenheit fiel er zusätzlich auf.
Wasser schleppen für die Sommerpflanzen, niedrige Wasserstände, welke Zuckerrüben, Staubwolken hinter den Traktoren im Feld und leere Zisternen waren die Kennzeichen des trockenen September. Ähnlich trocken war zuletzt der September 2006.
Das dies für September nicht normal ist, beweisen auch folgende Zahlen aus dem Kreisgebiet. Ein Nord-Süd Gefälle wird ebenfalls deutlich:
Düren Stadtgebiet mit 19 l (40 % des Mittelwertes), Düren-Hoven 18 l, Niederzier-Hambach 20 l, Nörvenich und Gürzenich 24 l ( 44%), Hergarten 30 l (52%), Vettweiß 31 l, Vlatten 33 l, Schmidt und Vossenack 37 l (49%), Drove und Brandenberg 40 l und Heimbach 42 l/qm.


Den höchsten Tagesniederschlag brachte eine Stauwetterlage aus Nordosten am 14.9. im Raum Heimbach und Drove mit 20 l/qm in nur 8 Stunden. Soviel hatten andere Stationen nicht in 30 Septembertagen.
Nach einem durchwachsen, aber immer noch warmen Start in den Oktober, zeigen die Vorhersagekarten zum Wochenende und damit zum Herbstferienbeginn erneut für längere Zeit einen goldenen Oktober mit Temperaturen von 14-18 Grad. Ab Mitte Oktober ist auch vermehrt mit Bodenfrösten zu rechnen.

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