Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick April 2009


Extrem warmer April, wie bereits 2007
Eisheilige ungefährlich


In vielen Teilen Deutschlands war es der wärmste April seit Aufzeichnungsbeginn, nicht so im Rheinland und im Kreis Düren.
Die Durchschnittstemperaturen waren zwar durchweg 4 Grad zu hoch aber im Jahre 2007 war es bei uns einige Zehntel wärmer. Der April 2009 erreichte in den Hochlagen der Rureifel in Vossenack nur 10,7 Grad Mitteltemperatur, in Schmidt 12,0 Grad und im Flachland rund um Düren 12,2 Grad. Am Beispiel Heimbach zeigt sich der Unterschied: 2007 11,4 Grad und jetzt 10,9 Grad.
Neben einigen Sommertagen traten im Kreisgebiet jedoch vor allem zum Monatsanfang (1.) und um den 24.4. auch kalte Nächte mit Bodenfrost auf. Nur in den extremen Talmulden gab es dabei Frostschäden, ansonsten waren die Bodenfröste im Monatsverlauf zu schwach. Der 1. April zeigte sich zum letzten Mal überall weiß gereift und die Luftminima sanken auf 1,3 Grad in Schmidt, 0,5 Grad in Vossenack, -0,9 Grad in Nörvenich, -1,6 Grad in Düren und sogar – 1,8 Grad in Heimbach.


In der Tallage der Rur vor Düren zeigte deutlich die Muldenkälte. Am Erdboden wurden hier –5,7 Grad an der Kachelmannstation gemessen. Es gab noch 1 Luftfrosttag und 11 Bodenfrosttage.
Der wärmste und angenehmste Tag des Monats war der föhnige 15. April (Mittwoch nach Ostern) mit Temperaturen erstmals im sommerlichen Bereich: Vettweiß-Soller 27,4 Grad, Kreuzau-Drove 26,1 Grad, Düren-Hoven 25,9 Grad, Heimbach-Vlatten 25,3 Grad, Düren und Zülpich 24,8 Grad, sowie Vossenack 23,3 Grad.
Im April 2007 wurden im Rheinland sogar 30 Grad gemessen. In Düren zuletzt am 21.04.1968 ebenfalls 30 Grad.
Nach einem schneereichen Februar (jedenfalls auf den Eifelhöhen) und einem sehr nassen März kam der Frühling im April so richtig in Fahrt.


Am sonnigsten verlief der Monat wie so häufig in der Bördenlandschaft zwischen Aachen und Düren. Während an der Ostsee die absoluten Rekorde mit bis zu 340 Stunden geknackt wurden, waren es auch im Kreisgebiet deutlich überhöhte Werte (+30%): Düren 214 Stunden, Zülpich und Drove 204 Stunden, Nörvenich 202 Stunden, Heimbach 183 Stunden und in Vossenack nur 125 Stunden.


Aber dieser April ging nicht nur als warmer und sonniger Monat in die Statistiken ein, er war in Nord- und Ostdeutschland an Elbe und Oder auch extrem trocken. Ohne den Dauerregen (35 - 50 l/qm) vom 17.4. wäre das auch bei uns der Fall gewesen, denn ansonsten gab es nur 4 weitere Tage mit nennenswertem Niederschlag. Die Monatssummen ( meist 10-15 % zu hoch) täuschen also und geben nicht das wahre Bild wieder.


Hier einige Beispiele: Düren-Hoven 40 l, Düren 52 l, Drove 56 l, Nörvenich 58 l, Zülpich 60 l, Vossenack, Vettweiß, Brandenberg und Heimbach 65 l/qm.
Der Mai zeigt sich zur Zeit launisch aber mal warm mal kühler.
Die Eisheiligen kommen in den letzten Jahrzehnten nur noch alle 5 Jahre. Auch in diesem Jahr ist ein Kaltlufteinbruch zu Pankratius (12.), Servatius (13.) und Bonifatius (14.) unwahrscheinlich, aber die Nordostströmung bleibt.

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