Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Mai 2008

 

Nach Trockenheit und Sonnenschein kamen die Unwetter


Der letzte Frühlingsmonat Mai hatte zwei völlig verschiedene Gesichter. Mit der Mainacht kam der Frühsommer und er dauerte gut 15 Tage. Hoch „Marco“ schuf ideale Bedingungen in der Landwirtschaft, denn täglich schien die Sonne 9-14 Stunden lang. Es kam regelrecht Urlaubsstimmung auf. Bis zum 15. Mai schien die Sonne in Nörvenich 193 Stunden lang, danach nur noch 60 Stunden. Aber insgesamt liegt die Monatssumme (255 Std.) gut 30 % höher als das langjährige Mittel. Dieser Überschuss lag auch bei den Temperaturen des Mai vor. In Zülpich betrug das Mittel 15,3 Grad und in Nörvenich sogar 16,3 Grad. Dies ist eine positive Abweichung von 2,5 Grad. Noch wärmer war zuletzt der Mai 2000. Betrachtet man die statistischen Daten der letzten 30 Jahre, so fällt der enorme Anstieg der Maitemperaturen auf: 1978 bis 2008 enorme 1,5 Grad.


Die Extreme sanken nicht mehr in die schädlichen Frostgrade, die Eisheiligen blieben harmlos. Am 3. Mai meldete Heimbach-Vlatten noch einmal kalte 1,9 Grad Lufttemperatur und das Rurtal vor Düren meldete –1 Grad Bodenfrost. Viel erfreulicher für uns alle waren die herrlichen Sommertage des Maimonates. Normalerweise schafft der Mai 4 Sommertage aber 2008 waren es sogar 11. Für Windradbetreiber und Versicherungen blieb der Mai bis Donnerstagmorgen harmlos und Böen der Stärke 8 blieben sogar ganz aus. Die Landwirte befürchteten nach 4 Wochen Trockenheit bereits Schäden am Getreide oder Raps. Doch dann zeigte der Mai sein zweites Gesicht. Mit großen Mengen Saharasand und einer starken Südströmung kamen Schwüle, Hitze bis 28 Grad (Vettweiß) und auch Gewitterluft in den Kreis Düren. Am vergangenen Mittwoch waren es nur 2- 4 Liter die die Wolken freigaben. Doch die aufgeheizte Stimmung ließ nichts Gutes ahnen. Am Donnerstagmorgen fuhren viele Schüler noch mit dem Fahrrad zur Schule oder Erwachsene zum Einkauf. Doch dann kam kurz vor 10 Uhr, was man im Volksmund „Weltuntergangsstimmung“ nennt. Ein riesiges Unwetter öffnete die Schleusen auf einer Linie von der Südgrenze bei Hergarten, über Vettweiß /  Kreuzau, Düren und dann Titz. In nur 45 Minuten fielen in Düren enorme 46 l/qm. Das fasst keine Kanalisation.

 

Da es auch in der Nacht zu Freitag gegen 4 Uhr erneut ein heftiges Gewitter gab, stiegen die Regensummen in 24 Stunden auf folgende Werte (z.T. soviel, wie sonst in einem Monat fällt): Vettweiß 59 l/qm, Düren 54 l, Hergarten und Vlatten 53 l, Jülich 50 l, Kreuzau-Drove 46 l, Heimbach 37 l, Nörvenich 24 l und Zülpich nur 21 l. Entsprechend groß waren die Wassermassen, die in der Rur und den Nebenflüssen abtransportiert wurden. Neben den Überschwemmungen in Rüben und Kartoffelfeldern waren insbesondere die Hagelschäden außerordentlich groß. Nicht nur in Vettweiß-Soller und Kelz beklagen einige Landwirte 80 % Ausfall bei den Erdbeeren und total zerschlagene Kartoffelpflanzen. Die Größe der Körner lag z. T. über 2-3 cm. Im Raum Titz und Jülich waren die Gewitterböen so stark, dass sogar Bäume umstürzten. Auch im vergangenen Jahr regnete es am 22. Mai in Düren gut 47 Liter in einem Gewitter.


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