Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick März 2008

 

März kälter und schneereicher als Januar


Die Wettergegensätze können in einem Frühlingsmonat kaum größer sein. Bis zum 16. März dauerten Stürme (wie z.B. Emma) und Warmluftschübe von zahlreichen Tiefdruckgebieten an, dann in der zweiten Monatshälfte gab es einen markanten Winterrückfall mit Schneefällen bis ins Flachland genau zu Ostern.


Das Monatsende (Sonntag der 30.) brachte dann für wenige Stunden die bislang höchsten Temperaturen des Jahres, z.B. 20,0 Grad in Zülpich und Untermaubach.


Die Abweichungen der Temperatur von den langjährigen Mittelwerten betrug in allen Höhenlagen –0,5 bis –1 Grad. Kurios ist die Tatsache, dass das der Januar im Südkreis z.B. zwischen Vettweiß und Zülpich genau so kalt war wie der März. Das hatten wir zuletzt in den Jahren 1983 und 1984.


Was bleibt in Erinnerung aus diesem wirklich useligen Monat. Sicherlich der in diesem Jahr heftigste Wintersturm „EMMA“ am 1. März. Die maximalen Böen erreichten zwischen Inden und Düren 102 km/h. Emma war sehr gefährlich, verursachte aber deutlich weniger Schäden als Kyrill im Januar 2007. Allein bis zur Monatsmitte des März 2008 wurden 5 große Sturmtiefs gezählt: von Johanna (100 km/h in Düren) über Kirsten bis zu Lara; die Damen hatten wirklich das Sagen beim Wetter. Kein Wunder das sich die Windmüller Ende des Monats nach dem windigsten März seit min. 1982 die Hände reiben konnten.


Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Tiefs war auch die Sonnenscheinarmut begründet. Nur 75-85% des Normalwertes wurde erreicht: Drove 124 Stunden, Zülpich 108, Düren 106, Nörvenich 96, Langerwehe 92, Heimbach 82, Dahlemer Binz 81 und Windpark Schöneseiffen 71 Stunden. Zuletzt gab es im März 2001 noch deutlich weniger Sonnenschein (49 Stunden Zülpich).
Noch auffälligere Abweichungen gab es beim Niederschlag. Die Vorstöße warmer Luft in der ersten Monatshälfte und die arktische Meeresluft in der Karwoche sorgten für randgefüllte Talsperren und hochwasserführende Bäche in der Eifel. Während im Flachland 80-110 l/qm fielen (Düren 84 l = 183% des Mittels, Zülpich 81 l =189%, Vettweiß 95 l), waren es in den Hochlagen oder am Nordrand der Eifel noch deutlich höhere Summen: Heimbach 122 l, Untermaubach 130 l, Hergarten 137 l, Schmidt und Brandenberg 144 l und Vossenack 169 l/qm.


Sowohl am Monatsanfang um den 4. März als auch Mittwoch nach Ostern (26.) fielen die höchsten Schneedecken des Winters 2007/08. Zwei Beispiele sollen die Schneesituation verdeutlichen: 38 cm in Höfen am 26. , 20 cm lagen am 4. März in Hürtgenwald-Brandenberg, 12 cm in Zülpich, aber nur 1-2 cm in Nörvenich.
Dennoch blühten Ende des Monats bei bis zu 20 Grad die ersten Narzissen in den Tälern an der Oleftalsperre.
Zum Osterfest Schneefälle bis in die Niederungen und größere Kälte als zu Weihnachten, das war der Horror für die Gastronomen an den Feiertagen.


Über den Schneeflächen wurden am 5. und nach Ostern in den Tälern die niedrigsten Minima des März abgelesen:
-3 Grad in Düren (Boden –7), Inden –4,3 Grad (Boden –7), Heimbach, Hergarten und Drove –5 Grad, Schmidt –5,8 Grad und Untermaubach –6,3 Grad.
Das früheste Osterfest seit 1913 (Ostersonntag damals auch am 23.3.) und dazu in den Mittelgebirgen das erste lange Skiwochenende rund um Monschau, wer hätte das nach dem milden Februar noch für möglich gehalten.
In den Statistiken der letzten 200 Jahre habe ich nur ein einziges so kaltes, schneereiches Märzosterfest gefunden und zwar im Jahr 1837 (Ostersonntag am 26.3.).


In den Chroniken der Eifelorte steht einheitlich folgende Wetterbeschreibung:
„Sehr gelinder Winter, nicht 3 Tage anhaltend gleiche Witterung; Ostern 26.3. war es erst völlig Winter geworden, zudem es fast täglich schneite und sehr hart fror, und nach Ostern vom 5. bis 10.4. große Kälte mit viel Schnee, älteste Leute nicht erinnern konnten, Schnee so hoch, dass alle Fuhrwerke stockten und Landstraßen unbefahrbar waren; 15.4. Schnee ging Winter langsam zu Ende.“


Aber der Winter lässt immer noch nicht locker. Die Erdkröten hatten auch am vergangenen Wochenende in allen Höhenlagen wieder mächtig zu frieren. Sonntagmorgen lagen im Hohen Venn und rund um Udenbreth 2-3 cm Schneedecke. Frost und gemäßigte Tagestemperaturen sollen noch die ganze Woche die Eifel im Bann halten. Die 10 Tage Vorhersage zeigt sogar bis Mitte April keine Tage über 20 Grad. Freitagabend könnte der Niederschlag in der Hocheifel wieder als Schnee fallen.


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