Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Orkan Emma am 01.03.2008 (Speziel)

 

Orkan "Emma" blieb gnädig


Vom Winde verweht wird zur Zeit der Frühlingsausbruch Ende Februar. Leider bleibt das auch in dieser Woche noch so bestehen.
Ab Dienstag zieht sogar ein kurzer Märzwinter mit einer Schneedecke in der Eifel über unsere Region. Doch schon zum nächsten Wochenende zeigen die Vorhersagekarten wieder ein Hochdruckgebiet und damit anhaltendes Frühlingswetter. Also einfach abwarten.

Das Wochenendthema Nummer eins war aber ohne Frage die stürmische "Emma".

Trotz einiger Schäden durch orkanartige Böen blieb sie jedoch im Ausmaß weit hinter Orkan Kyrill zurück. Natürlich hat der vorjährige Sturm auch alles niedergelegt und abgerissen, was nicht mehr standhaft war, doch Vorsicht war insbesondere im Eifelraum geboten.

Warme Luft aus Südwesten mit bis zu 12 Grad im Raum Zülpich traf um 5:45 Uhr auf die hochreichende Polarluft aus Nordwesten. Die Wetterdienste hatten im Fernsehen (z.B. ZDF) vor der Tornadobildung in der Eifel gewarnt. Aber wir hatten diesmal Glück und es entstanden nur einzelne heftige Wintergewitter mit Blitz und Donner. Über den Kreisen Düren und Euskirchen wurden 38 Blitz in nur 30 Minuten von den Messsystemen erfasst. Die Wetterstation am Windpark Schöneseiffen fiel kurzzeitig aus und mußte neu gestartet werden.

Absperrungen, verschobene Beerdigungen und Veranstaltungsabsagen erwiesen sich als richtige Maßnahmen. Herumfliegende Dachteile oder herabfallende Äste reichen als Gefahrenquelle für Leib und Leben. So wurde am freiliegenden Sportplatz in Zülpich-Sinzenich das Dach des neuen Sportlerheimes teilweise abgedeckt und die Trümmer flogen meterweit durch die Luft.

Die Warnungen vor Orkanböen von 100 bis 120 km/h wurden dann am Samstagmorgen gegen 6 Uhr Realität. Mit vierstündiger Verspätung rauschte die Kaltfront bei einem Luftdruck von 991 hPa und mit einem Temperatursturz von 6 Grad in nur 15 Minuten über unsere Region. So meldete das Naturschutzzentrum Nettersheim einen Temperatursturz von 7,8 auf 1,8 Grad. Aus Regen wurde Graupel und in höheren Lagen auch Schneefall. Autofahrer mussten anhalten und auf der Autobahn bei Düren kippte sogar ein vollbeladener LKW um. Viele Bäume verloren ihren Halt nach starkem Dauerregen in der Nacht. So meldete Schmidtheim und Schöneseiffen in nur 6 Stunden seit Mitternacht 30-35 l/qm.

Kein Wunder das die Bäche anschließend wieder Hochwasser führten. Verängstige Erftanlieger trugen bereits wieder Sandsäcke aus dem Keller, um vor den Flutwellen gesichert zu sein. Aber so schlimm wurde es nicht, denn hinter der Front klarte der Himmel auf und der Samstag blieb eher trockener und harmloser als vorhergesagt.

Während die absoluten Maxima in NRW im Sauerland gemessen wurden (Kahler Asten 135 km) meldeten die professionellen Wetterstationen im Umfeld der Eifel ebenfalls Extremböen der Stärke 9-12:
Zülpich-Füssenich 121 km/h,
Dahlemer Binz und Schöneseiffen 117 km,
Bonn Roleber 108 km,
Sistig 107 km,
Südeifel, Ormonter Berg 106 km
Düren 102 km,
Eschweiler 102 km,
Aachen 101 km,
Nürburg-Barweiler 101 km,
Deponie Mechernich 98 km,
Zülpicher See und Nörvenich 97 km,
Kalterherberg 94 km,
Zülpich 92 km,
Todenfeld bei Rheinbach 88 km

Lassen sie also unbedingt die Winterreifen auf ihren Fahrzeugen, denn Frost und Schneefall werden ab heute Abend von Udenbreth langsam ins Tal herunterkommen.

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