Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Januar 2008


Warmer, schneearmer Januar


Da es anscheinend bis min. 20. Februar noch mild oder immer milder wird, können wir diesen Winter insgesamt schon als extrem mild abschreiben. Der abgelaufene Monat Januar wurde in den letzten 78 Jahren in seiner Wärme (Mitteltemperatur in Düren) nur dreimal übertroffen. Hier die Hitliste der warmen Januare seit 1930:

1975 mit 7,1°

2007 mit 7,0°

1988 mit 6,2°

2008 mit 6,1° (Abweichung vom 30-jährigen Mittel +3,4°)


Phasenweise zeigte sich dieser angebliche Wintermonat mit frühlingshaften Temperaturen. So wurden am 5.1. bereits Kranichzüge beobachtet, am 20.1. flogen die ersten Haselnusspollen und am 11. Januar meldete Vettweiß 13,8 Grad, Düren 14,1 Grad und Untermaubach 14,3 Grad. Im vergangenen Jahr erzielte das Dürener Land sogar 15 Grad. Die niedrigsten Nachtwerte des zweiten Wintermonats entsprachen eher einem März und so verwundert es nicht, das viele Kreisbürger noch südfranzösische Oleanderpflanzen auf der Terrasse stehen haben. Der Frost drang zudem nicht tief genug in den Boden ein, so dass die Förster erste krabbelnde Zecken melden konnten.

 

Schon am 2. Januar wurden die Minima des ganzen Monats erreicht. Die niedrigsten Werte wurden aus Hergarten mit -7,3° und Vossenack mit –6,9° gemeldet. Im Raum Düren waren es noch nicht einmal – 4 Grad (-3,0 Vettweiß, -3,2 Düren-Hoven und Düren –3,7 Grad).Wie heizungskostenfreundlich dieser Januar war, zeigt unter anderem die geringe Zahl von 4 Frosttagen in Nörvenich. In den letzten 50 Jahren hatten im Dürener Land nur die Januare 1988 und 1975 weniger Frosttage (2). Einige Nächte (19. und 20.) waren sogar so warm, dass z.B. in der langen Statistik aus Aachen die wärmste Januarnacht seit 100 Jahren registriert wurde (11,0 Grad am 19.). Aber auch die Bewohner der Höhengebiete konnten Brennholz sparen. Statt normaler 17 knackiger Frostnächte musste man dieses Jahr im Raum Vossenack nur 12 ertragen.


Man muss es erst einmal mit Hilfe der Statistik verstehen, bevor man es glaubt. Auch in den Wintersporten Höfen und Hollerath wurde nur 1 cm als max. Schneedecke notiert. Der Mittelwert von 1950-2008 beträgt immerhin 22 cm. Aber ähnliche Schneeflauten im Januar gab es auch in den letzten Jahrzehnten, so z.B. von 1989-1992 oder 1974-1975.


In den Niederungen haben wir jetzt seit 11 Jahren keine Schneedecke von 10 cm mehr in einem Wintermonat messen können (Zahlen aus Nörvenich). Wechselhafte Westwindwetterlagen mit durchziehenden Tiefdruckgebieten und schwächeren Kaltfronten sind aber trotzdem oft gefährlich, insbesondere bei aufklarendem Himmel am Morgen. Hier gab es auch diesmal die meisten Unfälle durch Blitzeis (z.B. am 17.Januar südlich von Düren).


Die Sturmtiefs der vergangenen Wochen erreichten nicht das Ausmaß von „Kyrill“ vor einem Jahr, doch der Orkanwirbel „Jette“ fegte am 15.1. auch mit 96 km/h über den Windpark Schöneseiffen. Überhaupt waren die Windradbetreiber die großen Gewinner des milden Januars. Das Windmittel oberhalb von 600 m betrug 6,4 m/s, im Flachland immerhin noch 3,9 m/s im Schnitt (Düren). Dies waren die zweithöchsten Werte seit 1982. Der andauernde Süd- oder Südwestwind schützt die Regionen im Lee der Eifel vor starkem Niederschlag. Dies beweisen auch die folgenden Zahlen (meist nur 45-60 % des Mittels) der trockensten Stationen mit weniger als 30 l/qm: 15 l in Embken, 22 l in Vettweiß, 26 l in Düren, Drove und Hoven, 27 l in Nörvenich und 29 l in Nideggen. Deutlicher mehr Regen gab es im Luv vor oder auf der Eifelhöhe: Vossenack 74 l, Schmidt 75 l und Kalterherberg sogar 110 l.


Die Sonne hatte nur wenige Chancen richtig zu strahlen. Meist wurden 75-80% der Norm erzielt: Drove 69, Zülpich 63, Düren 60, Nörvenich 51 und Aldenhoven 46 Stunden Sonne.

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