Wetterrückblicke von Andy Holz

Wetterückblick 2010 von Andy Holz Teil 4

 

Teil 4 (Oktober bis Dezember)

 

Oktober

 

Der Oktober startete "golden" und außergewöhnlich mild. Die ersten 10 Oktobertage hatten ein Temperaturmittel von 13,6 Grad (etwa 5 Grad darüber). Dabei lagen wir komplett in einer sehr milden Südströmung und am Tag der deutschen Einheit wurden in Vossenack 20,6 Grad erreicht. In den Niederungen ging es sogar bis auf 25,6 Grad (Eschweiler). Besonders waren die Nächte sehr mild mit drei mal über 13 Grad (wärmste Nacht zum 3. mit 13,7 Grad).

 

Zum 11. drehte die Strömung auf Nordost und es bildete sich am 12. sogar eine Inversionswetterlage aus. Während Heimbach nur auf 5 Grad kam, waren es von Vossenack bis ins hohe Venn 13 bis 15 Grad.

 

Blick auf den Rursee vom Hövel aus (12.10.2010)

 

Vom 14. bis zum 20. stellte sich niederschlagreiches Wetter ein, wobei es auch deutlich kühler wurde. Die 10-Grad-Marke wurde dabei nicht mehr erreicht. Auch noch bis zum 27. war es recht kühl, aber weniger wechselhaft. Dabei gab es die ersten Bodenfrostnächte gab und am 26. mit -0,2 Grad gar die erste Frostnacht.

 

Die letzten Oktobertage wurden deutlich milder mit 10 bis 14 Grad, in den Niederungen teils 17 oder 18 Grad. Unter dem Strich kam ein normal temperierter Oktober heraus mit 8,3 Grad im Mittel. Der Niederschlag fiel mit 69 l/qm eher normal aus und die Sonne schien in der Region etwa 90 bis 120 Stunden lang.

 

November

 

Der November zeigte zwei Gesichter. Die erste Novemberhälfte fiel sehr mild und niederschlagsreich aus. Bis Monatsmitte war der November gut 3 Grad zu mild gewesen. Am 4. gab es ziemlich hohe Tag- und Nachttemperaturen. Die Tiefsttemperatur in Drove lag bei 14,8 Grad, in Vossenack bei 12,2 Grad. Tagsüber ging es auf 14 bis 20 Grad hinauf.

 

Am 11. näherte sich Sturmtief "Carmen" mit dem ersten richtigen Herbststurm. Dabei wurden verbreitet Sturmböen gemessen mit bis hin zu 119 km/h. Bis zum 13. bestimmte uns eine Luftmassengrenze von Tief "Carmen" mit reichlich Regen. In Vossenack kamen in drei Tagen 61 l/qm Niederschlag zusammen, in Kalterherberg gar 100 l/qm.

 

Bis zum 23. gab es normale Novembertemperaturen und recht unspektakuläres Wetter. Dabei war es niederschlagsarm und die Sonne schien aber auch nicht oft, halt oft typisches Novemberwetter.

 

Ab dem 24. nistete sich der Frühwinter in der Region ein und es gab bis Ende November noch fünf Tage mit Dauerfrost, in den Niederungen drei Tage mit Temperaturen ganztägig von unter 0 Grad. Am 26. lag in Vossenack der erste Schnee mit 3 cm.

 

Erster Schnee in Vossenack (26.11.2010)

 

Durch die winterliche Phase fiel der November letztendlich leicht zu kalt aus mit 4,0 Grad im Mittel. In den Niederungen waren es um die 6 Grad. Dabei fiel viel Niederschlag, wegen Tief "Carmen". In Vossenack waren es 118 l/qm und am Eifellee nur etwas über die Hälfte des Vossenacker Niederschlages. Die Sonne schien sehr wenig mit nur 30 bis 40 Stunden in der Region.

 

Dezember

 

Dieser Monat war ein spektakulärer Monat, besonders in Sachen Winter. Es war schon ein Jahrhundertdezember. Die ersten 10 Tage waren sehr kalt mit meist reinem Dauerfrost in Vossenack. Die Schneedecke häufte sich in Vossenack auf 33 Zentimeter.

 

Sehr niedrige Höchsttemperaturen gab es, besonders am 1. mit gerade mal -8 Grad in Vossenack. Im Hohen Venn waren es sogar -10 Grad, in Kombination mit dem starken Nordostwind waren es auch -23 bis -29 Grad (gefühlt).

 

Winterimpressionen im Nahtsiefvenn (06.12.2010)

 

Das dritte Adventswochenende (11./12.) war die mildeste Phase des Dezembers mite gerade mal 3 Grad in Vossenack und um die 5 bis 7 Grad in den Niederungen. Die 33 cm Schnee tauten in Vossenack bis auf ein paar Reste schnell weg, weil die Luft feucht war (von der Nordsee stammend).

 

Aber schon ab den 13. wurde es schnell wieder winterlich und es gab weitere Dauerfrosttage. Der Schnee hielt sich noch in Grenzen, ehe am 16. eine große Kaltfront des Tiefs "Petra" über die Region wegzog. Die Schneehöhe ging in Vossenack rasch auf knapp 30 Zentimeter hoch. Bis zum 19. wurde es leicht milder, da sich Tief "Petra" über England einnistete und griff am Abend des 19. mit voller Wucht auf die Eifelregion über. Dabei gab es neue intensive Schneefälle in der Nordeifel und Tauwetter in der Südeifel. Teilweise kam das Stromnetz zum Erliegen und am Morgen des 20. lagen von Vossenack bis ins Hohe Venn gut 45 bis 55 Zentimeter Schnee.

 

Winter am Hohen Venn (20.12.2010)

 

Am 22. näherte sich von Südwesten her Tief "Scarlett" und sorgte in der Südeifel wieder für Tauwetter und für unwetterartige Schneefälle an der Nordseite der Eifel. Teilweise fiel am 23. gefährlicher Eisregen bei -5 Grad und in der Schneedecke wurde eine Eisschicht markiert, die an Heiligabend mit viel Schnee abgedeckt wurde. Zur Bescherung gab es Rekordschneemengen und die Schneehöhe lag in Düren schon bei über 40 Zentimeter. In Vossenack lagen sogar 67 Zentimeter und im Hohen Venn bis zu 75 Zentimeter. Also es war eine richtig weiße Weihnacht.

 

Rekordschnee an Heiligabend

 

Nach Weihnachten schwächte sich der Frost und Schnee ab und zeitweise gab es leichtes Tauwetter bei bis zu +2 Grad. Dabei schrumpfte die Schneedecke bis zum Jahresende in Vossenack auf 43 Zentimeter.

 

Im Mittel waren es -3,2 Grad, kälterer Monat seit meinen Aufzeichnungen. Dabei waren 30 Frosttage und 20 Eistage enthalten. Die tiefte Temperatur lag aber nur bei -10,0 Grad (2./18.), in den Niederungen in der Jülicher Börde teils auch bei -15 Grad (20.). Es gab 61 l/qm Niederschlag, meist in fester Form und vieles war einfach auch nicht messbar. Dabei dürften es auch locker 100-110 l/qm gewesen sein. Die Sonne machte sich mit 9 Stunden sehr rar und in den Niederungen war es mit 20-25 Stunden auch nicht viel besser.

 

Dann präsentiere ich auch noch ein paar Grafiken.

 

Die Temperatur lag im Mittel bei nur 7,47 Grad, was zu kühl ist. Es war das kälteste Jahr meiner Aufzeichungen, weil der Januar, Februar, Mai, September und der Dezember deutlich zu kalt ausfielen. 98 mal sank die Temperatur auf unter null Grad und 55 mal ging es gar nicht auf über null Grad. An 160 Tagen wurden keine 10 Grad erreicht, 10 davon waren Tage im Mai. Nur 25 mal ging es über die magische Sommergrenze von 25,0 Grad und davon waren 6 Tropentage (über 30 Grad). Die höchste Temperatur wurde am 10.7. erreicht mit 32,8 Grad und die niedrigste Temperatur am 27.1. mit -11,7 Grad.

 

Temperaturverlauf 2010

 

Der Niederschlag betrug 858 l/qm (normal 1003 l/qm), was natürlich zu wenig ist. Dabei kam es wegen den Schneemassen zu einigen Messfehlern und die Jahresniederschlagsmenge könnte somit gut 50 bis 80 l/qm höher liegen als die 858 l/qm. Aber es gab aber auch viele zu trockene Monate, besonders der Juni und der September. Der höchste Tagesniederschlag wurde am 15.8. mit 37,2 l/qm erreicht.

 

Niederschlag 2010

 

Der Luftdruck 2010 lag genau im Mittel von 1013 hPa. Mit 1040 hPa wurde am 25.1. der höchste Luftdruck gemessen. Der niedrigste Luftdruck wurde am 9.11. gemessen mit 974 hPa.

 

Luftdruck 2010

 

Die Sonne schien mit 1124 Stunden deutlich zu wenig, wobei es auch ein paar Messfehler gibt wegen der Umgebung und der Messhöhe von 2,40 m. Besonders im Sommer fehlen einige Stunden wegen der Abschattung von der Nachbarshecke. Dabei könnte die Sonne gut 10 bis 15 Prozent mehr geschienen haben.

 

Sonne 2010

 

Der Mittelwind lag bei ruhigen 9 km/h und das auf 11 Meter Höhe. Zwei Sturmtage gab es mit 85,3 km/h am 28.2 (Xynthia) und am 11.11. mit 75,6 km/h (Carmen).

 

Windböen 2010

 

Insgesamt war 2010 ein ereignisreiches Jahr mit vielen neuen Rekorden. Diese zu sehen unter Extremwerte.

 

Hoffe auf ein ereignisreiches 2011

 

L.G. Andy

 

 

 

 

 

 

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